Aktuelle Nachrichten und Termine

Aus aktuellem Anlass:

Liebe Landsleute,

mehr als 75 Jahre ist es nun her, dass Unterdrückung, Unrecht, Krieg, Gewaltherrschaft, Menschenrechtsverletzungen und Vertreibung das Leben auch der Sudetendeutschen auf grausame Art und Weise tiefgreifend verändert haben.

Die dann folgende politische Entwicklung nach dem Kriegsende hat erst viele Jahrzehnte später dazu geführt, dass wieder ein Gefühl der Sicherheit zu einem "normalen" Leben gehören konnte.

Niemand konnte sich mehr so richtig vorstellen, dass es in Europa nochmals zu einem solchen Konflikt zwischen zivilisierten Völkern kommen könnte, der einen brutalen Krieg zur Folge hat, wie es jetzt in der Ukraine der Fall ist.

 

Wer konnte schon ahnen, dass im 21. Jahrhundert ein Psychopath im Sinne und mit Methoden des 18. Jahrhunderts versucht, die Geschichte zurückzudrehen.

Dieser "Führer" aus Russland mit seinen ihm ergebenen Lakaien, die sich derselben faschistischen Methoden wie die Verbrecher des Nationalsozialismus bedienen, müssen nicht nur gestoppt und in ihren Handlungsspielräumen beschnitten werden, sondern genau wie nach dem Ende des 2. Weltkrieges einem Tribunal wie in Nürnberg zugeführt werden.

 

Es sollte unser aller Ziel sein, die seit 2014 von einem gnadenlosen Aggressor überfallene Ukraine in allen Bereichen zu unterstützen.

 

Das Volk der Ukraine hatte sich entschieden, den Weg nach Europa einzuschlagen, den Weg der freiheitlichen Werte, der Demokratie und der Kooperation.

Damit dieses auch in Zukunft weitergeführt werden kann, benötigt das Land auch unsere Unterstützung in Form von Spenden, die ohne Umwege über Hilfsorganisationen direkt in die Ukraine an die federführenden Ministerien gehen.

Der Präsident der Ukraine hat dafür eine weltweite Spenden-Initiative ins Leben gerufen.

 

United24 - The Power of Freedom

Die Initiative des Präsidenten der Ukraine

 

United24 wurde vom Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelenskyy als Ziel für das Sammeln von Wohltätigkeitsspenden zur Unterstützung der Ukraine ins Leben gerufen.

Die Mittel werden auf die offiziellen Konten der Nationalbank der Ukraine überwiesen und den zuständigen Ministerien zugewiesen, um den dringendsten Bedarf zu decken:

 

  • VERTEIDIGUNG UND MINENRÄUMUNG
  • MEDIZINISCHE HILFE
  • UKRAINE WIEDER AUFBAUEN

 

Spenden sind per Kreditkarte, Banküberweisung, Paypal oder Krypto möglich.

 

Nachfolgend die Möglichkeiten für Spenden per Banküberweisung in EURO aus Deutschland.

Andere Möglichkeiten über die offizielle Webseite von United24.

Die Sprache der Seite ist Englisch oder Ukrainisch.

 

 United24 - Die Initiative des Präsidenten der Ukraine (u24.gov.ua)

 

SPENDEN per Banküberweisung aus Deutschland in €:

  • VERTEIDIGUNG UND MINENRÄUMUNG

EMPFÄNGER: National Bank of Ukraine
IBAN: DE05504000005040040066
BEI: DEUTSCHE BUNDESBANK, Frankfurt
VERWENDUNGSZWECK:  for ac 47330992708

  • MEDIZINISCHE HILFE

EMPFÄNGER: Ministry of Health of Ukraine

IBAN: DE96501108006231604346

BEI: JP MORGAN AG, Frankfurt

VERWENDUNGSZWECK: for acc 32308303501027

  • UKRAINE WIEDER AUFBAUEN

EMPFÄNGER: Ministry of Infrastructure of Ukraine

IBAN: DE05504000005040040066

BEI: DEUTSCHE BUNDESBANK, Frankfurt

VERWENDUNGSZWECK: for crediting account 35157338401027

 

 

Die Ukraine mit United24 setzt auf Transparenz und wird regelmäßig über den Stand der Initiative berichten.

 

Bitte macht eine Spende

und leitet diese Information gern an andere Interessierte weiter!

 

Dieser Aufruf als PDF-Datei: United24 – The Power of Freedom

 

 

 

 

Liebe Maffersdorfer und Proschwitzer,

Kunnersdorfer, Neuwalder & Dörfel-Anteiler ...

1. Juni 2022 - Ausstellung im Foyer des Kulturzentrums

Foyer des Kulturzentrums VRATISLAVICE 101010 

Eröffnung 1.6.2022 ab 18:00 Uhr

 

Die Ausstellung von Werken von Studenten der Fakultät für Architektur der Tschechischen Technischen Universität arbeitet auf dem Industriegelände der ehemaligen Teppichfabrik Ignaz Ginzkey & Co.

 

Die beiden fiktiven Stadtvisionen, die die Ausstellung präsentieren wird, versuchen an das wertvolle Industrieerbe anzuknüpfen und streben gleichzeitig danach, das Areal des heutigen Intex in das Stadtleben der Innenstadt von Vratislavice zu integrieren.

 

Liebe Maffersdorfer und Proschwitzer,

Kunnersdorfer, Neuwalder & Dörfel-Anteiler ...

im Juni 2022 / Juli 2022

wie schnell ist es doch wieder gegangen. Schon stehen wir am Höhepunkt des Jahres mit den längsten Tagen und dem meisten Sonnenschein. Bald wird die Ernte des Sommers eingefahren und wir sehen, ob es ein gutes Bauernjahr werden wird. Es ist wie im Menschenleben auch. Wir meinen, es sei doch noch gar nicht sooo lange her, dass wir Kinder waren. Doch wir haben den Wendepunkt schon weit überschritten. Ich schaue auf die Geburtstage. Und wir fragen uns manchmal, wie die Ernte ausgefallen ist. In unseren Erinnerungen aber erspüren wir immer wieder die Schönheit und das Glück unseres Hochsommers. Lasst Euch in den nächsten Wochen davon ein wenig tragen.

 

So wünsche ich Euch allen ein frohes Pfingstfest, einen sonnigen Fohrtsunntsch und   einen schönen Sommer mit Blumenpracht und Vogelsang, mit netten Gesprächen und helfenden Händen, wenn sie gebraucht werden. Dazu muss man nicht in die Ferne, das gibt es auch sozusagen um die Ecke.

 

Diesmal will ich mit Euch wieder ein wenig in die alte Maffersdorfer Zeit zurück gehen.

Heuer jährt sich zum 150. Mal

der Todestag von unserem Ortschronisten Anton Jäger,

 der am 19.11.1872 in Maffersdorf gestorben ist.

Geboren wurde er 1817, also vor 205 Jahren, in der Neuwalder Mühle, die er nach seinem Vater als Meister übernahm.

 

 

 

 Er war ein sehr bemerkenswerter, außergewöhnlicher Mensch. Ich empfehle Euch, seine Lebensgeschichte, die er ja selber in einer wunderbaren Sprache aufgeschrieben hat, und die ich gekürzt in meiner Maffersdorfer Chronik wiedergegeben habe, im Anhang nachzulesen. Wer die Chronik nicht hat, findet alles auf unserer Homepage „Maffersdorf – eine Marktgemeinde im Landkreis Reichenberg - Sudetenland“

Hier ist nicht Platz genug, auf sein Leben einzugehen. Ich will hier nur eine kleine Episode aus seinen letzten Lebensjahren streifen. Darauf gebracht hat mich ein kleines abgegriffenes Heftchen, 13x20cm groß und 104 Seiten stark. Ich bekam es von Inge Hübner in Waldkraiburg aus dem Nachlass ihres Mannes Walter. Wahrscheinlich hat es seine Mutter bei der Vertreibung in ihren Habseligkeiten noch mitgenommen. Es ist ein Teil der Dorfchronik. Der „Deckel“ sagt aus, dass es sich um die „1.Lieferung“ handelt, die 1865 im „Selbstverlag des Verfassers“ herausgebracht wurde und für 50 Rkr. (ich nehme an Reichskreuzer) zu haben war. Es ist noch vermerkt: „Der Reinertrag ist für einen wohlthätigen Zweck bestimmt.“

Auf der Rückseite fällt der Hinweis auf: „Diese Dorfchronik, deren Weitererscheinen von der Aufnahme des Publikums abhängt, ist in folgende Kapitel eingetheilt:“ Also war dieses Heftchen ein Versuchsballon. Es enthält die ersten beiden Kapitel :

  1. Übersichtliche Geschichte der Umgegend. -
    Werden und Wachsen unserer Ortschaften.
  2. Von unseren Gemeindewesen, wie sie waren und wurden,
    und von den Gemeindevorstehern.

 

  

 

Dieses für mich so kostbare Büchlein hat mich natürlich neugierig gemacht. Und so vertiefte ich mich wieder einmal in die Lebensgeschichte von Anton Jäger (was ihr auch tun könnt), um herauszufinden, ob er etwas über diesen Versuchsballon geschrieben hat, denn die Chronik war ja sozusagen sein Lieblingskind, sein Stammhalter, der seinen Namen und sein Vermächtnis weitertragen sollte. Und ich wurde fündig. Ich will ihn – in Ausschnitten – zitieren:

 

„ … es blieb mir also nichts übrig, als den Selbstverlag meines Buches vorzubereiten.

Auf einen pekuniären Gewinn für mich war es nicht abgesehen; ich bestimmte den Reinertrag für einen wohlthätigen Zweck, und die Hoffnung, für einen solchen durch diese meine Lieblingsarbeit einen namhaften Betrag zu erwerben, war mir ein starker Ansporn. Ich vertheilte Subskriptionslisten an einige Freunde, welche erbötig waren, in ihrer Bekanntschaft dafür zu werben. Aber mit Beihilfe aller guten Freunde brachte ich die Zahl aller Subskribenten kaum auf 250. In Reichenberg war die Betheiligung sehr gering; mochten sie doch ihre eigene Stadtgeschichte nicht kaufen. Groβe Hoffnungen hatte ich auf den dortigen industriellen Bildungsverein gesetzt. Sie nahmen aber ihre Feder und schrieben nur 10; in ganz Reichenberg wurden nur 20 gezeichnet, wovon später einige ihre Unterschriften ableugneten, andere die ihnen zugesendeten Lieferungen groβmüthig annahmen, ohne sie zu bezahlen. Dem armen kleinen Neuwald konnte man nicht verargen, daβ unter den sämtlichen 140 Bewohnern kein einziger Subskribent aufzutreiben war. In Proschwitz fanden sich deren sehr wenig. Die meisten Unterschriften gab Maffersdorf und hier wieder der Arbeiterstand. Unter den Nachbarortschaften entsprachen Reichenau und Gablonz am besten meinen Erwartungen. Dieser schlechte Erfolg meiner Subskription stimmte meine Erwartung wohl ein wenig herab, ohne mich jedoch zu entmutigen. Die Leute sollten nur erst sehen, dann würden sie schon zugreifen. Um mich aber vor unangenehmen Enttäuschungen möglichst sicher zu stellen, beschloβ ich, nur 500 Exemplare drucken zu lassen.

Beim Erscheinen der ersten Lieferung war ich gerade krank und muβte längere Zeit das Bett hüten und lauerte also in der Stille auf den Erfolg meines in die Welt gesendeten Werkes. Still und ohne alles Aufsehen ward es auch aufgenommen; kein erwarteter Beifall wurde laut, so gespannt ich auch immer darauf horchen mochte. Die meisten Abonnenten nahmen ihre Hefte mit Gleichgültigkeit in Empfang, die wenigsten machten sich die Mühe, sie zu lesen. Ein Theil derselben dünkte sich dafür zu gescheit, ein anderer Theil war faktisch zu dumm. Es gab genug Leute, die es zur Noth als Geschenk allenfalls angenommen hätten, um es gleichgültig in einen Winkel zu werfen. Doch blieb die erwartete Anerkennung für meine Arbeit keineswegs aus, sie kam zu meiner Befriedigung von sehr kompetenter Seite, vom Verein für Geschichte der Deutschen in Böhmen. Verschiedene Abtheilungen der Chronik wurden in den Vereinsmittheilungen und anderen Zeitschriften veröffentlicht. Aber auch in hiesigen Kreisen entbehrte die Dorfchronik nicht allen Beifalls. Da begegnet mir z.B. ein Mann auf der Gasse und drückt mir freundlich die Hand mit den Worten: „Ihnen muβ man gut sein, Herr Jäger, schon allein wegen Ihrer schönen Dorfchronik; es ist nur zu verwundern, wie Sie alle die erzählten Begebenheiten so wissen konnten.“ Ein anderer, sehr gebildeter Herr, der mich sonst gar nicht beachtet, hielt im Begegnen bei mir an mit den Worten: „Sie haben mir diese Tage mit Ihrer Dorfchronik eine rechte Freude gemacht; so viel ich Ortsgeschichten gelesen habe, hat mir doch keine so gefallen wie die Ihre.“

Bei dieser Sache habe ich auch die Erfahrung gemacht, daβ das Brot des Schriftstellers meistens ein sehr bitteres ist. Vorher hatte ich mir zuweilen eingebildet, an mir sei ein Schriftsteller verdorben; diesen Fall hörte ich von nun an auf zu bedauern. Viel lieber wurde mir der Boden eines bescheidenen Handwerkes, wenn er auch nicht alleweil ein goldener Boden ist. Wenn ich selber mein jetziges Urtheil über die Dorfchronik aussprechen soll, so muβ ich gestehen, daβ ich meine anfänglich so groβen Erwartungen nicht gerechtfertigt finde. Wer will es dem Landmanne, dem Arbeiter, dem Industriellen eingenommen von vielerlei Mühen und Sorgen verargen, wenn er für die Vorgänge in seinem Geburtsorte aus früheren Zeitperioden kein groβes Interesse zeigt? Wie viel weniger aber kann man ein solches von einem Fremden verlangen? Dennoch aber dürfte mein Werkchen in seiner Art eine beachtenswerthe Erscheinung im Fache der Lokalgeschichtsschreibung bleiben.“

Einsam hab‘ ich, was ich schrieb, geschrieben
Für mich selbst und wen‘ge, die mich lieben.

Jäger endet seine Lebensbeschreibung mit einem Schluβwort, in dem es heiβt: 

"Ich fühle noch manches in mir: Gedanken, Ideen, Ansichten, Meinungen, Erinnerungen, die ich nicht gerne mit mir in das Grab nehmen möchte, die ich für werth halte, daβ sie fortleben. Sie zu Papier zu bringen, ist ein für meinen Lebensabend bestimmtes Geschäft; wer weiβ, ob das Leben mir die Muβe dazu gewähren wird?"

 So weit der Verfasser. Wie hätte er sich da wohl gefreut, dass sein Werk sogar in dem wenigen Vertriebenengepäck noch Platz gefunden hatte. Und dass ein solches Buch und seine Lebensbeschreibung mich 120 Jahre nach seinem Tod dazu veranlassen würden, sein Werk in bescheidenem Maße fortzusetzen.  Es scheint mir, als hätte ich es ein wenig leichter gehabt als er. Mein erstes Heft hat es immerhin auf 1000 Exemplare gebracht. Und nun ist unsere gemeinsame Arbeit im gewissen Sinne „unsterblich“ im Internet, im world-wide-web oder in einer cloud (Wolke). Wer kann sich das vorstellen? Davon hätte Anton Jäger nicht einmal träumen können. Aber die Frage stellt sich mir dann schon: Wird es überhaupt noch jemanden interessieren? Wer wird es da noch einmal „heraus- oder herunterholen“?

Ich hoffe jedoch, dass ich heute meinen Lesern und Leserinnen etwas Interessantes erzählen und dem Chronisten des alten Maffersdorf ein wenig Ehre zuteilwerden lassen konnte.

Anton Jäger starb 7 Jahre nach Fertigstellung seiner Chronik und 4 Jahre nach der Niederschrift "Meine Bildungsgeschichte". Diese wurde 2 Jahre nach seinem Tode als Separatausgabe aus den Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen gedruckt. Der Herausgeber, Dr. Ludwig Schlesinger, meint in der Fuβnote zur Einleitung u.a.: "Jäger war eine durchaus ungewöhnliche Erscheinung. Aus dem Volke hervorgegangen und mitten in demselben stehend, dessen Leben und Streben mit hingebender Liebe betrachtend, und gewohnt, in allem die Wechselbeziehungen zwischen Ursache und Wirkung zu erforschen, drängte es ihn, die Verhältnisse der Gegenwart durch Aufhellung der Vergangenheit zu beleuchten. Sein noch ungedruckter Nachlaβ birgt noch manch Köstliches. Die Perle unter Jägers Schriften dürfte wohl aber seine "Bildungsgeschichte" sein, durch deren Veröffentlichung wir das Andenken dieses seltenen, edlen Mannes am meisten zu ehren glauben."

Wir bedanken uns noch für die Spenden, die im März und April bei der Heimatstelle eingingen. Ich habe mich bei den Spendern auch persönlich bedankt und wünsche allen Heimatfreunden einen schönen Sommer.

 

Inge Schwarz  Grasmückenweg 14, 87439 Kempten:  heimatstelle@maffersdorf.de und
Lothar Möller  in  Neumünster:     redaktion@maffersdorf.de

 

Liebe Maffersdorfer und Proschwitzer,

Kunnersdorfer, Neuwalder & Dörfel-Anteiler ...

im April 2022 / Mai 2022

„So wünsche ich uns allen, dass wir bald und gut die Covid 19 Pandemie überwinden und manches, was davor falsch gelaufen ist, besser machen werden. Leicht wird es nicht sein. Also habt Mut und Geduld! Beides wird helfen“.

Das habe ich vor einem Jahr an dieser Stelle geschrieben. Sind wir denn weiter gekommen? Stehen wir besser da? Unsere Geduld ist schwächer geworden. Es setzen uns ja zusätzlich noch die politischen Unsicherheiten und Ängste zu. Es ist Ende Februar, da ich diese Zeilen schreibe. Die russischen Streitkräfte sind auf Putins Befehl in der Ukraine einmarschiert. Wir haben wieder Krieg in Europa. Was kommen da in uns Älteren für Bilder hoch! Die bange Frage: Wie wird die Welt aussehen, wenn Ihr die Zeitung bekommt? Was soll ich uns da wünschen? Natürlich friedliche, frohe und gesellige Feiertage von Palmsonntag bis Christi Himmelfahrt. Den Ostertag – Auferstehung aus allem Leid - zeigt uns das Fenster aus der Maffersdorfer Kirche.

 

 

 

Aus Maffersdorf über das IGI Vratislavice

 

Im letzten Heft habe ich versprochen, noch ein wenig über das neue Ensemble im Zentrum von Maffersdorf zu erzählen. Meine Informationen verdanke ich Herrn Christoph Schmidt-Ginzkey, Herrn Lothar Möller und dem Internet. Dort ist z.B. das monatliche Mitteilungsblatt Obrázky z Vratislavice n. N. zu finden. Es ist eine Art Gemeindeblatt und Herr Marek Rehácek ist der Redakteur. Mit Hilfe von Google kann man sich die tschechische Sprache auch ins Deutsche übersetzen lassen. Da muss man zwar manchmal ein wenig raten, aber man erfährt auch wichtige Dinge. In dem Mitteilungsblatt Nr. 11 von 2021 sind die 17 Bildmotive des Ginzkey Teppichs in Gegenüberstellung zu alten Fotos zu sehen.

 

 

Hier als Beispiel das „Schloss“ (aber mit Bildern aus meiner Sammlung). Herr Schmidt- Ginzkey hat mir erzählt, dass die Motive auf dem Teppich einzeln beleuchtet werden können und die Originalbauwerke dazu (auf dem Tisch davor) digital gezeigt und erklärt werden. Das bedeutet, dass die ganze Geschichte der Firma und Familie Ginzkey über den Teppich erlebbar wird. Das muss sehr eindrucksvoll sein. So etwas macht die neue digitale Technik heute alles möglich.

 

 

Nun noch ein paar interessante Einzelheiten zu dem Bau des  IGI Vratislavice

 

 

Am 28. Oktober 2021 wurden die Bibliothek und das Begegnungszentrum IGI VRATISLAVICE eingeweiht und für Besucher geöffnet. Die Gelegenheit, die neu gebauten Räume für die Bibliothek, für Bürgervereine und ein Familienzentrum mit Sozialberatung zu besichtigen, wurde an dem Tag von über 400 Personen wahrgenommen.

 

 

Der Bürgermeister von Vratislavice nad Nisou, Herr Lukáš Pohanka, übernahm neben den Führungen durch das Haus auch die Enthüllung einer zwei Meter großen Glaslupe mit einem Porträt von Ignaz Ginzkey, entworfen von der Bildhauerin Paulina Skavová. Das ist die Dame mit dem schwarzen Mantel. Ganz links steht der Bürgermeister und rechts sind Frau Winger-Mallmann und Herr Schmidt-Ginzkey zu sehen.

 

 

JIŘÍ JANĎOUREK ist der Architekt des Gebäudes. Laut Internet ist er 1975 in Reichenberg geboren und arbeitet im Architekturbüro von Reichenberg. Dort erfährt man auch, dass er für Reichenberg und Maffersdorf noch viele Pläne und Träume hat.  Er freute sich darüber, dass das Ensemble von der Bevölkerung so gut aufgenommen worden ist, denn es sei nicht einfach gewesen, die Raumwünsche des Bürgermeisters auf diesem beengten Grundstück mit dem Erhalt des historischen Hauses zu verwirklichen. Es sei ihm wichtig gewesen, den Park und die Umgebung in das Haus mit einzubeziehen. Das ist ihm dann auch hervorragend gelungen, wenn man die Fotos anschaut. Hier nur ein Beispiel.

 

 

Der Architekt sagte in einem Interview auf Nachfrage, dass er mit seinem Team 5 Jahre von der Planung bis zur Fertigstellung an dem Projekt gearbeitet habe. Er betonte auch die außerordentlich gute Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister, die dem Bau sehr gut getan habe. Sehr interessant war für ihn das Gespräch mit Herrn Christoph Schmidt-Ginzkey, denn da sprach einmal der Wiener Architekt und dann aber auch ein Mitglied der Familie Ginzkey. Das Haus scheint neue Bande zwischen Vratislavice und der Enkelgeneration Ginzkey – Mallmann zu knüpfen, denn Ende Februar waren Herr Christoph Schmidt-Ginzkey und Herr Dr. Alfred W. Mallmann wieder in Maffersdorf. Bleiben wir also neugierig. Über Maffersdorf / Vratislavice gibt es in Zukunft sicher noch öfter zu berichten.

 

Herzlichen Dank sage ich für die Spenden, die im Januar und Februar eingingen.

 

Wir wünschen allen gesegnete Ostern, schönes Wetter am 1. Mai, ein Blümchen am Muttertag und eine gute Brotzeit an Himmelfahrt/Vatertag.

 

Es grüßen

Inge Schwarz    
Grasmückenweg 14
87439 Kempten   
Tel.: 0831-98254

heimatstelle@maffersdorf.de

und Lothar Möller   redaktion@maffersdorf.de

 

 

Liebe Maffersdorfer und Proschwitzer,

Kunnersdorfer, Neuwalder & Dörfel-Anteiler ...

im Februar 2022 / März 2022

jetzt haben wir schon ein ganzes Jahr mit Covid19 hinter uns. Wer hätte das gedacht, dass wir auch den Jahreswechsel noch unter den erschwerten Bedingungen feiern mussten.“  Das habe ich genau vor einem Jahr geschrieben. Nun sind es also schon mehr als zwei Jahre, zwei Jahre, die großes Leid, Existenzsorgen, Verzweiflung über viele Menschen gebracht haben. Und viele Menschen haben bis zur Erschöpfung für andere gearbeitet. Es sind schon außerordentliche Herausforderungen für uns alle und wir brauchen wohl noch eine Zeit lang Ausdauer, Mut und Geduld, ja auch Zusammenstehen. So sage ich auch dieses Mal dasselbe wie vor einem Jahr:

Ich wünsche uns allen, dass wir mit Zuversicht in das Frühjahr 2022 gehen können und dass uns die derzeitige Krise wieder ein wenig zu der Überzeugung führt, dass Maßhalten und Bescheidenheit einst große Tugenden waren, die allen Menschen nützten.

 

 

Neuigkeiten aus Maffersdorf / Vratislavice nad Nisou

 

 

In Maffersdorf wurde am 28.10.2021 das IGI Vratislavice eingeweiht. Das ist eine Herrn Ignaz Ginzkey gewidmete Bibliothek. Auf dem Foto seht Ihr das restaurierte alte Waisenhaus in der Nähe des Pfarrhauses an der Straße zum Friedhof hinauf mit einem angefügten Neubau. Zur Einweihung waren Nachkommen der Familien Ginzkey und Mallmann eingeladen worden. Die beiden Familien vertraten dann Herr Christoph Schmidt-Ginzkey, ein Sohn von Yolanda Ginzkey und Architekt in Wien und Frau Flavia Winger, geb. Mallmann, Tochter von Herrn Alfred. W. Mallmann, Gen. Dir. in Wien. Herr Schmidt-Ginzkey hat mir von dem Ereignis am Telefon ausführlich erzählt und auch seine vielen Fotos zur Verfügung gestellt. Ich danke ihm dafür. Die Auswahl war schwer.

 

 

Vor dem Neubau flankieren Herr Schmidt-Ginzkey und der Maffersdorfer Bürgermeister, Herr Lukas Pohanka den Namensgeber für das Ensemble, Herrn Ignaz Ginzkey, als Portrait im Glas dieser Lupe. Ein Standbild der besonderen Art, aber zu einer Bibliothek doch sehr passend.

 

 

Auf dem Foto mit Herrn Schmidt-Ginzkey und Frau Winger-Mallmann ist das Portrait deutlicher zu erkennen.

 

Das ganze Haus ist sehr beeindruckend. Es hat in drei Stockwerken eigene Bibliotheks-Lese- und Arbeitsräume für Kinder und Erwachsene und dazu auch einen Saal für Vorführungen.

 

 

 

 

Schön, wie durch die großen Fenster Maffersdorf in die Räume geholt wird.

 

 

Das Prunkstück im Gebäude ist der große Ginzkeyteppich, den die Knüpferinnen Herrn Willi Ginzkey 1926 zum 70. Geburtstag geknüpft hatten. Durch die Bemühungen von Herrn Bürgermeister Pohanka war es gelungen, ihn im Keller eines Prager Museums zu finden und nach Maffersdorf zu holen.

 

 

 

 

Er kann mit modernster Technik betrachtet werden und dabei die Geschichte der Firma Ginzkey erzählen.

 

 

Mir kommt es fast vor, als hätte man das Haus um den Teppich gebaut, wie er so aus allen Stockwerken zu sehen ist. Ich bin sicher, das IGI Vratislavice ist eine Bereicherung des Ortes und ein Bekenntnis zu seiner deutschen Vergangenheit. Ich habe Euch nun wohl ein wenig neugierig gemacht. Im nächsten Heimatblatt werde ich noch mehr erzählen.

 

 

Am Ende sage ich herzlichen Dank

1. für all die treue Verbundenheit auch in dem vergangenen Jahr wieder durch Briefe, Anrufe und Spenden.

2. für die vielen Grüße und guten Wünsche per Post, Telefon oder E-Mail zu meinem Geburtstag und zu
    Weihnachten. Ich kann sie nur auf diesem Wege dankend beantworten.

3. Herrn Lothar Möller für die vielfältige Unterstützung bei meiner Arbeit.

4. für die Spenden im November und Dezember

Leider war Roland Bartmann wegen seiner Erkrankung und seines Todes nicht mehr in der Lage, die Kassenabrechnung für das Jahr 2021 zu prüfen. Das wird nun Herr Lothar Möller in Zukunft tun.  

Unser Konto für Spenden bei der Sparkasse Allgäu:
Kontoinhaberin: Ingeborg Schwarz
IBAN: DE06 7335 0000 0000 802363   BIC: BYLADEM1ALG
Verwendungszweck: Maffersdorf

Eure Inge Schwarz           und              Lothar Möller
heimatstelle@maffersdorf.de                redaktion@maffersdorf.de

 

 

Liebe Maffersdorfer und Proschwitzer,

Kunnersdorfer, Neuwalder & Dörfel-Anteiler ...

im Dezember 2021 / Januar 2022

seit ein paar Jahren führe ich Sie nun schon im Dezember immer wieder an die Maffersdorfer Kirchenkrippe. Dieses Jahr richte ich den Blick auf die Tiere im Stall zu Bethlehem. Auf dem Bild scheint das Christkind den Ochsen und den Esel streicheln zu wollen und die Schafe erwarten (mit Abstand) die gleiche Beachtung. Sie werden sie bekommen, denn Gott liebt alle seine Geschöpfe gleichermaßen ohne Unterschied. Ist es nicht, als würde der Gottessohn uns sagen wollen: Schaut sie an, wie gut und schön und treu sind sie. Sie dienen euch. Quält und misshandelt sie nicht. Was wäret ihr denn ohne sie?  Was wäret ihr denn ohne selbst die kleinsten Lebewesen?

Das ist ein ernster Anruf an uns, wo es um die Zerstörung unserer Natur und Umwelt geht. Wir sind dabei, alles kaputt zu machen.

So wünsche ich uns allen für das Weihnachtsfest und in das neue Jahr hinein, dass wir bescheidener und umsichtiger werden und dabei erfahren dürfen, dass wir nicht weniger gesund und glücklich sein werden. Gottes Segen mit Euch allen.

 

 

Drei Päckchen unter den Weihnachtsbaum

  1. Eine schöne Überraschung gab es für mich – und damit auch für Euch – am 11. Oktober. Da hatte ich Besuch von Petra Laurin, Irene Novak und Christa Petrásková aus Gablonz. Alle drei sind aktiv in der Arbeit für die verbliebenen Sudetendeutschen, im Kulturverband und in den Begegnungszentren in Reinowitz und Reichenberg. Sie brachten mir die Nachricht und Beweise mit, dass Herr Jan Vokurka nun erfolgreich die Sauerbrunnquelle, und zwar an zwei Bohrstellen wieder zum Sprudeln gebracht hat. Sie tragen die Namen Gablonz und Reichenberg.  Diese zwei (noch leeren) Flaschen sind ein Entwurf, wie verpackt man den Maffersdorfer Sauerbrunn  kaufen kann, wenn nach einiger Zeit der Erprobung und Beobachtung der Sprudel abgefüllt werden wird. In einem kleinen neutralen Fläschchen konnte ich ihn schon kosten und schmecken, unseren Sauerbrunn. Ein Erlebnis!

 

Die Zahlen- und Buchstabenkombination bezeichnen wohl die Bohrstellen. Schade, dass ihr das Foto nicht farbig sehen könnt, die Flaschen – blau glitzernd und ¾ Liter fassend – wären ein echter Christbaumschmuck.

Petra Laurin schickte mir noch diese Fotos.

 

Das ist wohl die erste Wasserprobe aus der neuen Quelle, über die sich Herr Vokurka freut. Und das sind die Quellpaten mit den Namensschildern Gablonz und Reichenberg. Prosit auf den Sauerbrunn!

 

Der Bürgermeister von Gablonz (links) ist Pate der Quelle Reichenberg und der Reichenberger Oberbürgermeister hat die Quelle Gablonz getauft.

 

 

 

  1. Zu Weihnachten gehört auch eine kleine Geschichte.
    Diese erzählt Euch heute  Julius Vatter. Ich habe sie in einem kleinen Büchlein aus dem Bücherschrank meines Vaters entdeckt. Es trägt den Titel: Drhejme undern Jaschkn. Es erschien im Verlag Reichenberger Zeitung zu Vatters 40. Todestag am 13.1.1960 und Josef Preußler schrieb darin u. a. zum Geleit:   „……. Zu den besten unserer Mundartdichter gehört Julius Vatter. Er wurde als Sohn eines Tuchmachers am 8. April 1846 zu Reichenberg in der Mondgasse 4 geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters musste er in die Welt. Geistlicher sollte er werden. Schließlich entschied er sich für den Dienst bei der Eisenbahn. Als Bahn-Ober-Inspektor i.R. übersiedelte er nach Wien, wo er am 13.1.1920 starb.  ……seine Erzählungen und Gedichte geben in unverfälschter Heimatmundart davon Kunde, wie innig er an seiner Vaterstadt hing. Wer sie richtig genießen will, lese sie sich laut vor. ..….“

 

Der heilige Johannes im Schnee

Ös dos wieder amoul a Stöberwater a dan Geborge!  Wu mr hie sitt, Schnie und nischt wie Schnie. De Hoisl dou hon su ok sötte klejne Guckelechl mit vier klenn Scheibn, jötze guckn aber ok noch de zwiene öbern, und die ne mie ganz, ieber n  Schnie raus und zu dan Haustüren ös a schmoler Wajg ausgeschauflt, of dan mr zwöschn dan huchn Schniemauern wie ei ejne Festung gieht. De aln Äppelbejme steckn drönne bis zun Ästn; olle Löcher, olle Tölkn sein rejne zu, und of dr Waterseite ba dr Korche göbt’s Windwebn wie ejne Schoine huch. Ou vu dr Pforrei is ne vill zu sahn, und n heil’chn Johannes, darde dorte zwöschn Pforrei und Korche of en Postamentl stieht, rejcht dr Schnie bis über de Bejne nuf. Schnie leit of sann Churhemde, Schnie of san Paterkappl, de goldn Starnel drüber konn mr gur ne sahn.

‘s word Oubnd. Mei Gott! An Tage ös jötze gur nischt; öm a viere röm wrd‘s schun fönster, und drzune schneit‘s a enn Dune, wie wenn’s ganze Dörfl begroben warn söllte.

Dr Pforrer stieht a dr Türe und schüttlt n Koup und denkt, wos dou draus warn soll. Dou tremplt a Mon mit en Handschlittn n Wajg runder, ba dr Pforrei vrbei. Wie dar zu dan Johannesse kömmt, lässt a n Schlitten stiehn und lejft bis zr Statue hie. Dorte hölt a seine Hände, die ei Foistlingen staktn, wie a Sprouchrohr as Maul und schreit dan Heilign o: Ihr! Hiert’r’s! Hiert ok! Ihr misst wu eitratn, sonst wardt’r drfrieren dou!“

Wie sich nu dr Heilige ne ruhrte, zug dar Mon seine Foistlinge runder und packte dan heil’chn Johannes ban Orme; aber dou mochtn wull a Licht ufgiehn, a schrie ok zwejmol  „Nej, nej“, lief geschwinde zu san Schlitten und machte sich drvou.

Dr Pforrer, dar mr die Geschichte nouch Juhrn drzahlte, konnte sich hoch ömmer gur ne zugutte gahn vr Lach’n über dan närr’schn Mon, dar n heil’chn Johannes ne wollte drfriern lossn.

 

 

  1. Für die Jahreswende lege ich Euch noch Humor aus dem Isergebirge unter den Weihnachtsbaum. Das Büchlein ist 2020 von Petra Laurin im Haus der deutsch-tschechischen Verständigung in Reinowitz herausgegeben worden.

 

 

Eine Kostprobe daraus soll Euch schmunzelnd ins neue Jahr begleiten. Mit Humor geht man bekanntlich vieles besser an.

„Eine etwas korpulente Dame, die ständig vom Abnehmen sprach, fuhr einmal nach Reichenberg, um ein neues Kleid zu kaufen. Bei der Anprobe meint die Verkäuferin: „Dieses Kleid ist zu weit. Ich bringe Ihnen das gleiche Modell in einer kleineren Größe“. „Nein!“ protestiert die Dame „Ich brauche einen Beweis, dass ich doch noch abgenommen habe.“

Damit sich das andere Geschlecht nicht benachteiligt fühlt, füge ich noch eine Schmunzelgeschichte an, aber in unsere Mundart zurückübersetzt. Im Büchlein hat man der Lesbarkeit für alle wegen die Mundart ins Hochdeutsche übersetzt.

A Mon, darde langsam of de Vortsch zugieht, word amol gefroit, ob a ne amende os Heirot’n denk’n tet. „Nej, warum denn?“ soit a druf. „Ich ho ja zwej Schwastern, die sich prima em mich kömmern.“ „Aber dos is doch ne dosselbe, wie ´s Zammlabn mit enner liebevulln Ehefroue.“  „Wiesu denn ne? S sein ja ne meine Schwastern.“

 

Das Heimatblatt begleitet Euch ja auch schon in das neue Jahr 2022. In diesem Jahr jährt sich zum 150. Mal der Todestag von Anton Jäger und zum 75. Mal der von Alfred Appelt. Dem Müllermeister und dem Oberlehrer verdanken wir das Wissen über die Geschichte unseres Heimatortes. Auf beide werde ich in den nächsten Heften noch zu sprechen kommen.

Herzlichen Dank für Ihre Verbundenheit durch das ganze Jahr.

So wünsche ich nun allen meinen Lesern ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.

 

Inge Schwarz    heimatstelle@maffersdorf.de und

Lothar Moeller  redaktion@maffersdorf.de

 

 
 
Liebe

Maffersdorfer und Proschwitzer,

Kunnersdorfer und Neuwalder

sowie Dörfel-Anteiler ...

Dass die Heimatfreunde aus Kunnersdorf und Neuwald sowie Dörfel-Anteil hier mit angesprochen werden ergibt sich aus der Situation, dass es im Reichenberger Heimatblatt keine Rubriken mehr für diese Orte gibt, und sie seit frühen Zeiten zum Kirchsprengel Maffersdorf eingepfarrt waren.
Von der Mühle aus Neuwald stammte Anton Jäger, der mit seinem 1865 veröffentlichten Buch "
Dorfchronik. Geschichte der Ortschaften Maffersdorf, Proschwitz und Neuwald, nebst einer übersichtlichen Geschichte der betreffenden Herrschaften und vielen Nachrichten aus der Umgebung" einen beachtlichen Beitrag zur Geschichte der Bewohner im Tal der Lausitzer Neiße geleistet hat.

 

Schulbeginn am 1. September 2021


 

Wer in Maffersdorf zur Schule gegangen ist, wird sich sicherlich noch an die Schulglocke erinnern, die gleich im Treppenaufgang zur linken Seite an einem Pfeiler hing und pünktlich um 8 Uhr vom Hausmeister Patzelt geläutet wurde.

Tonl Skolaude aus dem Haus Nr. 500 im Oberdorf nahe des Sauerbrunnen hat eine Zeichnung gefertigt, die er zur Illustration in sein kleines Paurisch-Lexikon der Maffersdorfer Mundart "Ma soll de Korche en Dorfe lossen!" aufgenommen hatte.

 

Das Schulglöckl hat uns, unsere Ahldern, Gruß- und
Urgrußahldern vn dr Eijweihung dr Schule öm Johre
achtznhundrtzweunsechtsch bis zum Aprölle
neunznhundrtfünfvortsch beglejtet.
Heute hiejrt mon von dan römtollendn Kindern, bejm
Schöpsen un drengeln em Schulhause, rundröm um
dos Glöckl kej doitsche, paurisches Wurt mer.
Su hom sich die Zejtn abend geendert.

 

Heute wird die Glocke nicht mehr geläutet, und sie hängt auch an einem anderen Ort im Gebäude. Der jetzige Direktor Mgr. Libor Rygál hat uns freundlicherweise ein aktuelles Foto am neuen Standort zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Link zur Homepage der Schule

 

PS. Das kleine Paurisch-Lexikon der Maffersdorfer Mundart "Ma soll de Korche en Dorfe lossen!" von Tonl Skolaude soll in einer Neuauflage im Herbst erscheinen.

 

 


 

Sauerbrunn zu neuem Leben erweckt.


 

In Vratislavice nad Nisou bewegt sich was. Im Herbst 2019 berichteten wir über die Aktivitäten von Jan Vokurka, der mit seiner Firma Kitl den alten Maffersdorfer Sauerbrunn erworben hat. Bei seinen langfristigen Planungen hat er nun ein erstes großes Projekt realisiert. Die große Halle zur linken Seite des Hauptgebäudes wurde umgebaut, modernisiert, erweitert und in Betrieb genommen. Die Produktion der Säfte wurde von Gablonz an den neuen Standort verlagert. Voraussetzung für diesen Schritt war allerdings auch die Sanierung der gesamten Infrastruktur. Am 12. Juni 2021 wurde die neue Anlage mit einer großen Feier eingeweiht.

 

 

Jan Vokurka hatte uns zu dieser Feier eingeladen. Die Heimatstelle Maffersdorf hat dies zum Anlass genommen, ihm zur Wiedererweckung des Sauerbrunnens zu gratulieren und für die weitere Zukunft viel Glück zu wünschen. Da es leider nicht möglich war, persönlich zu erscheinen, haben wir das Blumenpräsent mit der Grußkarte durch Marika Hemkova vom Blumengeschäft "Květinka od Mariky" im alten Pfarrgebäude, direkt gegenüber der Kirche, überbringen lassen.

 

 

 

 

Einen ausführlichen Bericht zur Feierlichkeit und mit einem interessanten Interview mit Jan Vokurka hat die Online-Zeitung GENUS am 14.06.2021 veröffentlicht. Mit der freundlichen Genehmigung durch den Autor Zdeněk Dam können wir eine übersetzte Fassung inclusive der Bilder wiedergeben. Herzlichen Dank dafür an Zdeněk Dam von GENUS TV a.s. & TÝDEN V LIBERECKÉM KRAJI, s.r.o.

Der Originalartikel ist unter dem folgenden Link zu lesen: GENUS TV

 


 

Die Firma Kitl präsentierte der Öffentlichkeit einen neuen Hauptsitz im Komplex Vratislavická kyselka, Miloň Čepelka taufte den neuen Erdbeersyrob und beendete das Tata Bojs-Konzert mit einem erfolgreichen Tag.

 

 

Aus längst geschlossenen Produktionsstätten ist Kitl, unser führender Hersteller von medizinischen Getränken und Sirupen aus natürlichen Bio-Zutaten, in der zweiten Märzhälfte dieses Jahres an einen neuen Standort in Vratislavice nad Nisou umgezogen. Am vergangenen Samstag veranstaltete das Unternehmen einen traditionellen Tag der offenen Tür, der buchstäblich viele Menschen anzog, vielleicht weil die Öffentlichkeit diesmal den Komplex Vratislavická kyselka sehen konnte, den Kitl vor weniger als drei Jahren als völlig verwüstete Brachfläche gekauft hat und jetzt die erste Etappe abgeschlossen hat seiner Revitalisierung. Es umfasste den Bau von Ingenieurnetzen und den Umbau der Produktionshalle.

 

Beim Tag der offenen Tür wurde traditionell ein neues Produkt getauft, nämlich Erdbeersyrob mit Fruchtfleisch. Da es sich bereits um das zwölfte Produkt der Firma Kitl handelte, fand die Taufe im Stil der zwölften um zwölf Uhr zwölf Minuten statt.

 

Honza Vokurka, CEO von Kitl (links), und Miloň Čepelka.

 

Das Pikante daran war, dass wir es bis zum letzten Moment geschafft haben, das Geschehene geheim zu halten. Das wusste selbst der Pate von Syrob und langjähriger Fan von Kitl-Produkten, Miloň Čepelka, nicht, als er sich uns kurz vor der Zeremonie anvertraute: „Ja, es ist sehr geheim, ich weiß es auch nicht. Ich weiß nichts über meine Seele. Jemand war schon überrascht, dass ich mich entschieden habe, etwas zu taufen und ich weiß nicht was. Aber ich muss nur Kitl taufen, denn von Kitl ist alles gut. Ich sage: Gute Reise, Kitl, und so wird es sein."

 

Dieser Kindersimulator des Orientierungslaufes war ebenfalls Teil des Tages der offenen Tür.

 

Darüber hinaus unterstützt Kitl eine Reihe interessanter Projekte nicht nur im Kultur-, sondern auch im Sportbereich, die von der Marketingspezialistin Kateřina Fialová spezifiziert werden: „Wir sind der exklusive Anbieter von Trinkkuren für die Orientierungslauf-Weltmeisterschaften, die dieses Jahr in Tschechien vom 4. bis 9. Juli stattfinden. Kitl hat übrigens sein Eisen im Feuer, sein Mitarbeiter Pavel Kubát ist Junioren-Weltmeister, also dürfen wir uns auf etwas freuen.“

 

Kateřina Fialová ist für das Marketing im Unternehmen verantwortlich.

Unter den Besuchern des Tages der offenen Tür war neben einer Besichtigung moderner Produktionsanlagen ein besonders großes Interesse an Vorträgen zur Geschichte der Stadt Vratislavická kyselka, den Ergebnissen der baugeschichtlichen Erhebung und den Plänen zur Rettung der sog. Schloss", das Symbol von Vratislavická kyselka.

 

Honza Vokurka, CEO von Kitl, fasste in einem kurzen Interview die aktuelle Entwicklung und die Zukunftspläne für GENUS.CZ zusammen.

 

Kitl, Tag der offenen Tür 2021.

 

Der Wechsel zu einem besseren und größeren bedeutet für das Unternehmen einen quantitativen oder qualitativen Schritt?

Beides ist wahr. Durch den Umzug haben wir mehr Platz. Ganz erheblich, ich schätze auf 40 %, wir haben auch die Effizienz gesteigert. Wir haben in neue Maschinen investiert und ihr Layout neu organisiert. Also sind wir quantitativ gewachsen. Gleichzeitig haben wir viele Qualitätsverbesserungen durch den Einsatz neuester Technologien und viele Verbesserer.

 

Produktionshalle, das Kernstück der gerade fertig gestellten ersten Revitalisierungsphase des Komplexes.

 

Wird es sich in der Erweiterung des Sortiments mit etwas ganz Neuem niederschlagen?

Wir haben zum Beispiel Platz für eine Mineralwasserlinie gewonnen, weil diese eine andere Abfülltechnik erfordert. Das ist schön zu sehen in der neuen Halle.

 

Diese "uninteressante Kiste", die Produktionstanks versteckt, ist das Herz des Unternehmens.

 

Als ich unser Interview beim Klopfen auf den Eckpfeiler des Umbaus der Halle (siehe GENUS.CZ) gelesen habe, hat mich die Tatsache interessiert, dass Sie trotz der Situation im letzten und in diesem Jahr alles rechtzeitig geschafft haben, wie geplant. Wie haben Sie es gemacht?

Heute macht jeder Ausreden für Covid, was die häufigste Ausrede ist. Aber warum ist uns das gelungen. Zunächst sind wir in den Jablonec-Gebieten wirklich aus allen Nähten geplatzt und haben die Tage gezählt, an denen wir uns bewegen können, also war die innere Motivation groß. Und der zweite Grund war der Zuschuss, den wir für den Bau erhielten. Der Zuschuss hat Fristen und der Beamte ist völlig rücksichtslos, er sieht nur seine Tabellen und Zahlen. So trieb uns die Angst voran, dass der Sachbearbeiter auf uns knien und unseren Zuschuss kassieren würde.

 

Auf der anderen Seite befindet sich eine Linie zum Abfüllen und Etikettieren von Sirupen, im Vordergrund ist ein Platz, der in einem Jahr von einer Linie für Mineralwasser gefüllt werden kann.

 

Wie viel hat es gekostet, wie lange hat es gedauert?

Am 27. Juli 2018 haben wir einen Kaufvertrag für eine komplett verwüstete Anlage ohne jegliches Zubehör unterzeichnet. Der Kauf ist also keine drei Jahre her. Der Bau selbst dauerte etwa eineinhalb Jahre, und insgesamt haben wir etwa 40 Millionen Kronen investiert. Gleichzeitig war alles sehr kompliziert. Ich sage, der Wiederaufbau von Kyselka ist wie der Bau eines Atomkraftwerks. Wir haben hier alles. Die Bahn fährt hier, also streitet man sich mit den Gleisen, die Neiße fließt von der anderen Seite, man muss also mit dem Elbeinzugsgebiet verhandeln, hinter der Neiße fährt eine Straßenbahn, es hat auch eine Schutzzone. Und vor allem befinden wir uns in der ersten Schutzzone der Mineralwasserquelle, daher sind die Einschränkungen wirklich enorm.

 

Das Interesse an der Tour war wirklich groß.

 

Haben Sie bereits ein Projekt zur Reparatur vom historischen Sauerbrunnen abgeschlossen?

Für das "Schloss" haben wir einen bauhistorischen Überblick erstellt, den wir heute hier präsentieren. Wir wollen den Leuten zeigen, dass wir auf das Schloss zählen, aber es stimmt, dass das Schloss zuletzt kommt. Es wird das i-Tüpfelchen sein. Bis dahin müssen wir noch viele andere Hausaufgaben machen. Als erstes erwartet uns jetzt der hydrogeologische Pumpversuch der Sauerquelle. In einem Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren werden wir uns ins Schloss stürzen. Bis dahin müssen wir wirklich noch viele andere Dinge in der Gegend nachholen.

 

Das "Schloss" um 1910. Die Phasen der vielversprechenden Entwicklung und dann der dramatische Niedergang von Vratislavická kyselka begleiteten von Anfang an.

 

Sie haben eine Mineralwasserquelle erwähnt. In unserem letzten Interview sagten Sie, dass Sie erwägen, die Säuerlingabfüllung im Jahr 2022 wieder aufzunehmen. Ist das also immer noch so?

Ja tut es. Das Mineralwasser habe ich gestern sogar probiert, obwohl die Quelle noch nicht direkt fließt. Auch hier erwarten uns viele Schritte. Der erste ist der Pumptest, mit dem wir in wenigen Tagen beginnen werden. Dann müssen wir für einige Monate den Brunnen pumpen, Füllstand und Druck messen, Analysen durchführen und überwachen, ob das Pumpen negative Auswirkungen hat. Wenn dies gut läuft, wird der zweite Schritt die Technologie sein, die wiederum eine Reihe von Geräten ist. Mineralpipeline, Mineralwasseraufbereitungsanlage, Lagertanks, Abfüllanlage, also wieder viele andere Investitionen. Im Brunnen, der künftig Liberec heißen wird, haben wir bereits die Pumpe und alle notwendigen Messgeräte in Betrieb genommen.

 

Aktuelle Ansicht des "Schlosses" von der Straßenbahnlinie.

 

Haben Sie das Mineralwasser schon probiert, wie war es?

Naja, das war nur beim Überflutungstest der Pumpe, also habe ich nur einen kleinen Schluck genommen, denn das Wasser stand dort acht Jahre lang. Aber ich war trotzdem aufgeregt. Ich war sehr angenehm überrascht. Es war stark vergast und es roch nach Mineralisierung. Es schmeckte, als würde man in ein Spa kommen und frisches Mineralwasser aus einem Brunnen trinken. Wir werden sehen, wenn wir länger abwarten.

 

Honza Vokurka mit Martin Žabka vom Forschungsinstitut für Pflanzenproduktion (links) und Milan Houška vom Lebensmittelforschungsinstitut in Prag (rechts). Diese Herren stehen hinter der Geburt einiger erfolgreicher Produkte des Unternehmens.

 

Und was ist mit den Aromen? Das letzte Mal wollten Sie nicht einmal vorschlagen…

Einen Geschmack für ein Mineralwasser zu erfinden ist etwas ganz anderes, als Wasser zu probieren. Was in Wasser funktioniert, kann in Mineralwasser überhaupt nicht gut sein. Ich würde es mit Bier vergleichen. Wenn Sie Bier probieren möchten, können Sie dies nicht mit normalem Sirup tun. Es müssen spezielle Rezepte verwendet werden, es muss viel nachgedacht werden, um es zusammenzuhalten, um es geschmacklich zusammenzuhalten. Im Moment ist es also wirklich sehr verfrüht.

 

Die Einführung des Eintrittspreises wurde durch die Notwendigkeit motiviert, den Anforderungen der Covid-Bestimmungen gerecht zu werden. Erfrischungen waren jedoch im Ticketpreis enthalten und mehrere Preise wurden mehrfach verlost.

 

Wie erfolgreich war 2020 für Sie und was hat sich am meisten verkauft?

Das Jahr 2020 war für uns in jeder Hinsicht ein Wendepunkt. Wirklich bahnbrechend. Wir hatten das Glück, dass wir gewachsen sind, wir sind um 21% gewachsen und haben die Rekonstruktion von Vratislavická kyselka abgeschlossen. Das hat uns als Unternehmen wirklich verändert. Es gab keine wesentlichen Änderungen in dem, was wir verkaufen. Mit einer Ausnahme, und das war Kitl Eligin, wir haben wegen des Coronavirus unglaubliche Mengen verkauft, etwa 50% mehr als ein Jahr zuvor. Als der Corona-Wahnsinn ausbrach, suchten die Menschen nach Mitteln, um die Immunität, die Eligins ist, zu unterstützen.

 

Deklassifiziert.

 

Was wird diesmal getauft?

Ich werde es Ihnen nicht sagen, Sie würden sich nicht wundern, aber ich kann Ihnen sagen, was wir bereits getauft haben. Am Morgen, vor Beginn der Feier, hatten wir den Pfarrer Jan Jucha aus der Kitteler Kirche in Krásná. Er segnete das ganze Gebäude innerlich. Er hat einen Holunderzweig von unserem heimischen Holunder ins Weihwasser getaucht und alles besprenkelt.

 

Also Prost und Erdbeeren

 

Warum haben Sie sich für Milona Čepelka für die Einführung des neuen Produkts entschieden?

Es war kein tiefer Gedanke, Miloň ist unser Freund und unterstützt uns seit mehreren Jahren. Es gab keine Absicht. Er sagte, er wolle heute kommen, also fragten wir ihn, ob er den neuen Sirup taufen würde. Er übernimmt es gerne.

 

Miloň Čepelka und Martin Kadlec (links), ein großartiger Moderator des gesamten Programms.

Auf Ihrem FB haben Sie ein Dankeschön der Deutschen veröffentlicht, die nach dem Krieg aus Vratislavice vertrieben wurden, dass Sie Vratislavická kyselka übernommen haben…

Ja, das sind die Menschen, die heute in verschiedenen Teilen Deutschlands und in ihrer ehemaligen Heimat leben und einmal im Jahr hierher zurückkehren. Sie haben mir diese Blumenkiste und diesen Brief geschickt. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie dies geschickt haben und ich war bewegt.

 

Grußkarten und Blumen von den Sudetendeutschen.

 

Danke für das Interview

 

Text und Foto Mad, Dokumente Darka

 


 


 

 

Bericht aus Maffersdorf

 von Inge Schwarz (September 2020)

 

Anfang September war ich wieder mit dem Bus aus Neugablonz in der alten Heimat. An drei Tagen benutzte ich 8mal die Straßenbahn zwischen Gablonz Endstation am Neißepark und Maffersdorf. Die Fahrt ist wunderschön, weil man gemütlich das ganze Tal anschauen und Altbekanntes und Neues entdecken kann. Senioren fahren umsonst und so bin ich auch mal schnell zum Mittagsschlaf ins Hotel zurückgefahren. Das Rehavital liegt im Zentrum und nur 5 Minuten von der Straßenbahnendstation entfernt.

Von der Straßenbahn aus konnte ich auch sehen, dass Herr Jan Vokurka die Produktionshalle links vom alten Sauerbrunnhauptgebäude fertig hat.

 

 

 

Bei meinem Spaziergang an der Neiße entlang fiel mir besonders ins Auge, wie sich unser alter Marktplatz verändert hat. Aus ihm ist der „Neiße-Park für Kinder“ geworden. Das Kino gibt es nicht mehr.

 

 

 

 

 

Eine Hinweistafel dort sagt aus, dass dieser Park bei dem Projekt der

Rekonstruktion der Wasseraufbereitungsanlage der Kläranlage und Rekonstruktion des fertiggestellten Abwassersystems im Einzugsgebiet des Flusses Lausitzer Neisse.
In den Jahren 2006 – 2009

entstanden ist und von der Europäischen Union mit fast 21 Millionen Euro unterstützt wurde.

 

Für uns alte Maffersdorfer will ich noch ein wenig Nostalgie anfügen:

Nachdem Maffersdorf 1903 Marktgemeinde geworden war, brauchte es natürlich einen Marktplatz. Dieser wurde gefunden beim alten Elektrizitätswerk und späteren Kino, zwischen Neiße und Bahngleis. Ein uns allen wohl bekannter Platz.

 

 

 

 

Viele werden sich sicher noch an dieses Haus erinnern. 1993 war es nur noch ein Haufen Schutt von Brennnesseln überwuchert. Es trug die Hausnummer 735, stand an der Neißebrücke neben der „Kunstwolle“ der Fa. Ginzkey und gehörte der Familie des Fahrrad- und Nähmaschinenhändlers Schwarzbach „bei Nepomuk’n“ (so steht es im Hausbesitzerverzeichnis) Und wenn ihr genau hinschaut, entdeckt ihr den Heiligen am rechten Hauseck. Sein Standbild war auch mit dem Haus verschwunden.

 

 

 

Und nun kommt meine zweite Überraschungsgeschichte: Das Gebäude der Kunstwolle ist auch entweder in sich zusammengefallen oder abgebrochen worden. An seiner Stelle steht nun der Neubau einer Halle, in der sich die Fahnendruckerei von Herrn Ing. Jan Verescak befindet. Ihn lernte ich im September durch Frau Dr. jur. Eva Kosikova kennen. Neben seiner Druckerei direkt an der alten, inzwischen unscheinbaren Neißebrücke, weil der Zugang zum ehemaligen Ginzkeygelände versperrt ist,  hat er eine Nepomukkopie  aufstellen lassen. So steht sie fast am angestammten Platz auf einer Säule.  Das hat mich sehr gefreut.

 

Hinter der Statue stehen die Bäume, die inzwischen auf den Resten des Schwarzbachhauses gewachsen sind.

An jenem Nachmittag erfuhr ich auch von der Idee, in Vratislavice eine Art Heimatmuseum zur Geschichte der alten „Marktgemeinde“ zu planen. Zu der Gruppe gehören neben Herrn Verescak und Frau Kosikova auch der Bürgermeister, der Kohlenturmverein und einige junge Leute. Wir können gespannt sein, was daraus wird. Der Weg dahin wird lang sein.

 

 

 


 

Der gesamte Bericht der
 "Reise nach Gablonz und Maffersdorf 2020 - von Inge Schwarz"
ist als PDF-Datei  (ca. 12,5 MB) verfügbar und steht hier zum Download mit Klick auf den Titel bereit.

 


 

Zu den vielen Bildern dieses Mal kommt am Schluss noch eines als Rätsel hinzu.

Herr Möller und ich haben ein altes Foto, das wir nicht zuordnen können.

Wo ist das - und was für ein Ereignis war das ?

 

 

Nachtrag zu diesem Foto (Lothar Moeller vom Dezember 2020)

Auf der Rückseite des Bildes findet sich mit Bleistift nur der Vermerk "Maffersdorf".

Rechts unten in der Ecke befindet sich der Abdruck eines Prägestempels "J. ZEMAN FOTOGRAF"

J. Zeman war Fotograf in Schumburg / Tannwald, was für diese lokale Zuordnung des Bildes spricht.

Darüber hinaus gab es auch einen Fotografen G.J. Zemann aus Gablonz a.N, wohl ein Verwandter.

 

Nachtrag zu diesem Foto (Inge Schwarz vom 5. Dezember 2020)

Schon heute hat sich das Rätsel um das Foto im Heimatblatt gelöst.

Herr Schönhoff vom Neugablonzer Archiv hat das Bild eindeutig dem grroßen Unglück 1916 zugeordnet, als der Damm der Weißen Desse brach und Dessendorf teilweise zerstörte und viele Menschenleben kostete.

Er hat auch Berichte und Fotos vom Besuch des damals jungen Kaiser Karl in Dessendorf. Kaiser Franz Josef war kurz zuvor gestorben. Das Ereignis werde ich im nächsten Heimatblatt thematisieren.

 


Inge Schwarz und Lothar Moeller

 


 


 

Liebe Maffersdorfer
und Proschwitzer

und alle, die sich uns verbunden fühlen,
in einer für uns alle ungewöhnlichen Zeit ...

  

Die Heilige Corona
(Foto Bistum Münster)

 

... die Heilige Corona als eine Schutzheilige ist sicherlich vielen wieder in das Bewußtsein gerückt. Wenn es um Trost, Mut und Zuversicht geht, kann auch sie eine Helfende sein.

 

Als Beispiele für einen unverändert frohen Ausblick stehen auch die folgenden Beiträge:

 

"Licht am Ende des Tunnels"
von
Dr. h.c. Bernd Posselt, MdEP a.D., Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe und Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft

 

"Liebe Freunde des Riegerhauses"
von Petra Laurin, Leiterin der deutsch-tschechischen Begegnungsstätte "Riegerhaus" in Reinowitz

 

"Jahres-Rundbrief 2020"
von Inge Schwarz

 So wünschen auch wir Mut und Zuversicht
für die Osterzeit, das nahende Pfingstfest
und den weiteren Verlauf im Jahr 2020.

 

Eure Inge Schwarz & Lothar Moeller

 

 

"Licht am Ende des Tunnels"
von
Dr. h.c. Bernd Posselt, MdEP a.D., Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe und Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft

 

Licht am Ende des Tunnels

 

Liebe Landsleute,

in schweren Zeiten wie diesen beginnen alte Wunden wieder zu schmerzen. Vielerorts wird scharf getrennt, was eigentlich zusammengehört: Familien, Generationen, Volksgruppen und Gemeinschaften. Zum ersten Mal in der Geschichte des christlichen Abendlandes wird es den meisten Europäern verwehrt sein, zu den Ostergottesdiensten zusammenzuströmen. Mehr Menschen als sonst werden ausgerechnet an diesem besonders schönen christlichen Fest, das an die Auferstehung erinnert, einsam sein oder unter Trennungen leiden.

In den letzten 30 Jahren ist manches Vertreibungstrauma dadurch zumindest gelindert oder sogar geheilt worden, daß wir ohne jede Grenzkontrolle wieder nach Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien gelangen konnten, um dort den Wurzeln unserer Vorfahren nachzuspüren, Erinnerungen aufzufrischen, neue Freundschaften und Netzwerke zu beginnen, unsere einzigartige Landschaft und Kultur wiederzuentdecken oder - im Fall der Jüngeren - zu entdecken sowie an Wallfahrten und Heimattreffen in der Heimat teilzunehmen. Das alles ist derzeit nicht möglich.

Unsere Landsleute in den Böhmischen Ländern müssen erleben, daß Traumata aus der Zeit des Eisernen Vorhanges wiederkehren, weil sie sich erneut eingesperrt fühlen. Dies ist in gewissem Umfang vielleicht unvermeidlich, um der Seuche Herr zu werden, schmerzt aber dennoch. Vertriebene denken verstärkt an ihre Vertreibung, auch Nachgeborene leiden mit. Ein Flüchtling, der in der Zeit des Kommunismus aus Böhmen in den Westen emigrierte, erzählte mir, daß er sich Nacht für Nacht wieder wie damals durch einen Grenzwald rennen sieht.

Niemand kann ernsthaft bestreiten, daß es nötig ist, für die Überwindung der akuten Krise Opfer zu bringen. Gerade deshalb ist es aber auch unverzichtbar, unsere Gemeinschaft noch intensiver zu leben als bisher. Heimatpriester in den Böhmischen Ländern und im deutschen Sprachraum veranstalten Gottesdienste, die im Internet übertragen werden. Das Sudetendeutsche Haus und die Bundesgeschäftsstelle der Sudetendeutschen Landsmannschaft bauen die Öffentlichkeitsarbeit in den elektronischen Medien (www.sudeten.de, Facebook, YouTube) weiter aus. Veranstaltungen sollen, soweit möglich, in Online-Version (zum Beispiel als Video) angeboten werden. Darüber und über viele andere uns berührende Nachrichten informiert der wöchentliche Newsletter.

Unser wichtigstes Instrument, um den Zusammenhalt der Volksgruppe aufrecht zu erhalten, ist die Sudetendeutsche Zeitung, die jede Woche über die reiche Kultur und das vielfältige Leben unserer Volksgruppe hier und in der Heimat berichtet, aber auch über grenzüberschreitende Projekte, geschichtliche und heimatpolitische Tatsachen sowie über vieles Vergnügliche. Weil der Sudetendeutsche Tag an Pfingsten nicht stattfinden kann, ist sie besonders unverzichtbar, um nach innen über alles Wesentliche und Interessante zu unterrichten sowie nach außen hin unsere kraftvolle Stimme zu sein.

Jetzt ist der Moment gekommen, diese Zeitung zu abonnieren, sie bekanntzumachen oder sie als Geschenkabonnement Freunden und Nachkommen zur Verfügung zu stellen.

Unser Sudetendeutsches Haus in München ist zwar bis mindestens 19. April für den Publikumsverkehr geschlossen, aber die Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle sind telefonisch, per Telefax und per eMail wie schon bisher persönlich erreichbar. Dort finden Sie auch kompetente Ansprechpartner für die Ahnen- und Familienforschung, falls Sie sich jetzt in der etwas stilleren Zeit besonders intensiv darum kümmern wollen.

Selbstverständlich werden wir in den nächsten Monaten in mannigfacher Form auf den Beginn der Vertreibung unserer Volksgruppe im Mai vor 75 Jahren hinweisen, damit die geschichtliche Wahrheit nicht vergessen oder verdrängt wird. So wollen wir am Pfingstsonntag an den Brünner Todesmarsch erinnern, obwohl die großartige Begegnung im Rahmen des Brünner Friedensmarsches, den einige junge Tschechen und die Stadt Brünn initiiert haben, wohl leider ausfallen muß.

Es gibt aber Licht am Ende des Tunnels. Schon im Herbst wollen wir unser Sudetendeutsches Museum in der Münchner Hochstraße eröffnen. Damit soll ein lang gehegter Wunschtraum unserer Volksgruppe endlich Wirklichkeit werden - was wir der Sudetendeutschen Stiftung, dem Museumsteam sowie der Unterstützung durch die Bayerische Staatsregierung, aber auch der Bundesregierung verdanken. Am 20. bis 22. November 2020 wird dem, wenn irgend möglich, ein Kleiner Sudetendeutscher Tag ebenfalls in München folgen, dessen Programm hauptsächlich auf Freitag und Samstag konzentriert wird, weil wir den Totensonntag als Feiertag respektieren und uns daher auf einige kleinere Veranstaltungen sowie einen Tag der Offenen Tür im umgebauten und durch das Sudetendeutsche Museum ergänzten Sudetendeutschen Haus beschränken wollen. Für Pfingsten nächsten Jahres ist dann wieder ein großer und bunter Sudetendeutscher Tag in Regensburg geplant, mit einem Donau-Moldau-Fest im Herzen unserer Patenstadt, von der einst die Christianisierung der Böhmischen Länder ausgegangen ist.

Entscheidend auf dieser Wegstrecke wird aber sein, daß wir den Mut und den Zusammenhalt nicht verlieren. Dankenswerterweise haben etliche unserer Amtsträger schon damit begonnen, Tag für Tag einige ihrer Mitglieder anzurufen und das persönliche Gespräch zu suchen, denn viele brauchen gerade jetzt einen aufmunternden Zuspruch. Wir alle sollten es ihnen gleichtun, denn der Unterschied zwischen einer bloßen Institution und einer Volksgruppe ist die menschliche Gemeinschaft.

Liebe Landsleute, Ostern steht vor der Tür, das Fest der Wiederauferstehung Christi. Möge Ihnen das österliche Licht leuchten!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien viel Glück, Gesundheit und Gottes Segen.

 

In herzlicher landsmannschaftlicher Verbundenheit

Dr. h.c. Bernd Posselt, MdEP a.D.

Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe

Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft

 

"Liebe Freunde des Riegerhauses"
von Petra Laurin, Leiterin der deutsch-tschechischen Begegnungsstätte "Riegerhaus" in Reinowitz

 

Liebe Freunde des Riegerhauses,

 

im Zuge der Maßnahmen gegen die Verbreitung von Coronavirus mussten wie die meisten Märzveranstaltungen absagen. Unsere netten Zusammenkünfte, die Kurse der deutschen Sprache oder unser Perlenworkshops. Das alles mussten wir streichen. Die Näherinnen unter uns stellen nun statt ihres Patchworks die benötigten Schutzmasken her. Ebenso entfallen sind die Gespräche über neue Bücher, kurz: wir mussten auf sämtliche persönliche Kontakte verzichten. Zurzeit herrscht der Notstand und wir brauchen uns mit der neuen Situation abfinden.

 

Ich möchte Sie alle herzlich in dieser schwierigen Zeit grüßen. Ich denke an Sie und glaube fest daran, dass Sie, Ihre Lieben und Freunde gesund sind und bleiben. Aus ihren Mitteilungen und Nachrichten entnehme ich, dass auch Sie all das gewohnte Alltägliche mit den zwischenmenschlichen Kontakten vermissen. Doch gerade die Freuden, die wir bisher miteinander unter dem Dach des Hauses in Reinowitz, bei unseren Reisen und anderswo teilten, geben uns nun die Kraft die heutigen Hindernisse zu überwinden. Der Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe sind die Grundlage zur Bewältigung dieser Lage. Wir schaffen es gemeinsam. Unsere Kontakte werden wir mit voller Kraft wiederaufnehmen, sobald diese ungute Zeit vorbei ist.


Bis dahin möchte ich Sie motivieren: sowohl neue Pläne schmieden, als auch ihre Erinnerungen und Erfahrungen niederschreiben. An jene aus der Zeit, in der ähnliche Unsicherheit und Spannung herrschten, oder aber an Zeiten, in denen die Welt noch „in Ordnung“ zu sein schien. Es würde mich freuen, wenn Sie das alles, was Ihnen in diesen Tagen durch den Kopf geht, mit mir teilen möchten. Jeder Beitrag ist wertvoll, nicht nur als gegenseitige moralische Stütze, sondern auch als Zeitzeugnis. Sobald wir uns wieder treffen können, werden wir die Themen besprechen und gemeinsam über ihre Verwertung entscheiden.

 

Melden Sie sich bitte, per e-mail oder telefonisch, auch dann, wenn Sie etwas benötigen, sich beraten möchten, oder einfach nur ein bisschen plaudern wollen.

Allen wünsche ich feste Gesundheit. Schauen Sie auf sich, bleiben Sie bitte lieber zuhause!
Ich freue mich auf Ihre Ideen und Anregungen. Am meisten aber auf Sie selbst und unsere künftigen Treffen.

 

Herzlichst

Petra Laurin

 

 

Petra Laurin
Československé armády 24/15
CZ - 466 05 Jablonec nad Nisou

Tel: 00420 732 551 425
 mail.
 info@laurin.cz
www.dumrynovice.cz
www.riegerhaus.cz

 

"Jahres-Rundbrief 2020"
von Inge Schwarz

Liebe Maffersdorfer und Proschwitzer,

 "In eigener Sache"

So habe ich vor einem Jahr im Heimatblatt  meinen persönlichen Rückblick auf 30 Jahre Arbeit für die Heimatstelle Maffersdorf  überschrieben. Heute wähle ich die gleiche Überschrift für den Blick in die Zukunft.

Bei dem Blick in meine Kartei, wenn ich für die Mitteilungen im Heimatblatt die Geburtstage und Todestage  herausschreibe, bei  meinem Besuch im September in Maffersdorf und bei der Jahreshauptversammlung des Heimatkreises im November in Augsburg ist es mir so richtig klar geworden, dass wir  an einer Wende  stehen. Die Generation, der das Isergebirge noch Heimat war, stirbt nun aus. Eine dritte Generation steht jetzt mitten im Leben, die eine neue Heimat hat und oft nicht einmal mehr weiß, woher die Großeltern kamen und warum, außer diese haben davon erzählt. Dann werden diese Nachgeborenen das Isergebirge vielleicht einmal als wunderschöne Urlaubsregion entdecken und die Trauer um den Verlust dieser Heimat verstehen..

In Liberec, Jablonec und Vratislavice wächst inzwischen auch die dritte und  vierte Generation heran. Ich habe gesehen und erlebt, dass dort junge Leute ihre Umwelt nun zu ihrer Heimat machen, auch indem sie die Spuren der deutschen Vergangenheit entdecken und in ihren Lebenskreis einbeziehen. Davon habe ich schon im letzten Heft berichtet und davon werdet Ihr auf der Geburtstagskarte 2020 erfahren und wohl gelegentlich in den folgenden Heften des Heimatblattes. Ein anderes Beispiel: Lothar Möller hat mich auf eine Diplomarbeit aufmerksam gemacht,  die an der Prager Karlsuniversität von Michaela Stefková über Gustav Leutelt, den Dichter des Isergebirges geschrieben wurde

Dass sich etwas ändert, habt Ihr ja schon längst alle langsam bemerkt: Das Heimatblatt ist anders geworden, es musste sich dem Abonnentenschwund anpassen. Im Heimatblatt wird von einigen Ortschaften des Reichenberger Heimatkreises nicht mehr berichtet. Die Ortsbetreuer fehlen. Ihr erwartet heuer wieder eine Einladung zum Maffersdorfer Treffen. Es findet nun auch in Mauerstetten nicht mehr statt. Das Gießener Treffen ist ja schon seit 4 Jahren Vergangenheit Wir können nicht einmal mehr ein kleines Nebenzimmer füllen. Der Wirt braucht seinen Umsatz. Für Busfahrten in die Heimat tun sich mehrere Orte zusammen, damit ein Bus voll wird.  Der Sudetendeutsche Tag findet dieses Jahr wieder in Regensburg statt. Selbst da hat man sich verkleinert.

 

Das klingt jetzt vielleicht ein wenig traurig und pessimistisch, ist es aber nicht. Dass wir alle älter werden, ist ja ganz natürlich. Am Anfang meines Schreibens steht das Wort Zukunft. Wir müssen und wollen ja in die Zukunft schauen.

Und das haben wir  getan. Mit dem Wir meine ich Herrn Lothar Möller in Neumünster und mich. Lothar Möller ist 1953 geboren. Er könnte also leicht mein Sohn sein.

 

Aber er stammt aus der Familie des Möller-Bauern von oberhalb des Sauerbrunn. Als Nachkriegsgeborener ist er privat und beruflich mit den neuen Medien voll vertraut. Bei einem Treffen in Gießen sind wir uns 2003 zum ersten Mal begegnet und haben über unser Interesse an Maffersdorf und dessen Vergangenheit zusammengefunden, obwohl ganz Deutschland von Nord nach Süd  zwischen uns liegt. Die neuen Medien machen es möglich. Das war ein Glücksfall, sicher kein Zufall. Durch seine Arbeit für uns wird für spätere Generationen die alte Heimat erfahrbar bleiben und ein Zurückgehen in  Erinnerungen und Geschichte  für  viele an Maffersdorf und auch an Proschwitz Interessierte möglich bleiben.

Lothar Möller hat 2003 mit der Gestaltung und Betreuung der Maffersdorfer Homepage (Heimatseite auf gut deutsch) begonnen und diese hat inzwischen ein beträchtliches Ausmaß und Gewicht bekommen. Er arbeitet ja immer weiter daran. Schaut nach !

www. MAFFERSDORF .de - Marktgemeinde im Landkreis Reichenberg

 

Ohne diese Digitalisierung wäre das Ergebnis meiner zehnjährigen Arbeit an der Chronik und dem Bildband zwar in zahlreichen Maffersdorfer und Proschwitzer Familien, im Archiv des Isergebirgsmuseums in Neugablonz und vielen Bibliotheken einsehbar, aber nicht allgemein, sondern nur für  Nachforschende zugänglich.

Über den Weg durch das Internet finden inzwischen viele junge Deutsche und Tschechen zu uns und unserer Geschichte. Die Älteren unter meinen Lesern sollten Ihre Kinder und Enkel darauf hinweisen und sich auch einmal das Eine oder Andere zeigen und vorlesen lassen. Unter Aktuell und Termine sind immer neue Informationen zu finden. Viele Links führen zu Wissenswertem und Verbindungen etwa nach Maffersdorf und Reichenberg, zur Ahnenforschung, zum Heimatkreis oder laden ein zu einem virtuellen Spaziergang an der Neisse entlang. Und natürlich kann man dort in der Chronik und im Bildband viel Wissenswerte und alte Geschichten lesen. In der Zwischenzeit beginnt sich auch vieles im "Sammelsurium" im wahrsten Sinne des Wortes zu sammeln. Wir beide freuen uns auch immer, wenn wir von den Maffersdorfern und Proschwitzern Interessantes in Text oder Bild erfahren und bekommen, was die Homepage weiter bereichern und für Enkel und Urenkel wissenswert sein  kann.

 

Meine Arbeit als Ortsbetreuerin (mit der Betonung auf der zweiten Worthälfte) wird also langsam enden. Die Bezeichnung Heimatstelle Maffersdorf ( siehe Homepage) wird nun unsere Arbeit eher beschreiben. Ihr habt also von nun an zwei Ansprechpartner, die jederzeit ein Ohr für Euch haben.        Wir grüßen Euch und Eure Familien

Inge Schwarz

Grasmückenweg 14

87439  Kempten

heimatstelle@maffersdorf.de

Lothar Möller

Dahlienweg 10

24536  Neumünster

redaktion@maffersdorf.de

 


Quelle: LandesEcho, Nov. 2019, S.17 (größeres Bild mit Klick darauf)

 

Liebe Maffersdorfer
und alle, die sich uns  verbunden fühlen,

 

Herbst-Visite in Maffersdorf ...

 

Die Herbst-Visite nach Maffersdorf startet vom Altstädter-Markt in Reichenberg.
Schon die entrische Färbung des Himmels lässt erahnen, dass wir den Launen des Herbstes ergeben sind, und uns freuen können, wenn sich der goldene Oktober von seinen besten Seiten zeigt.

 

Eine erste Station ist das Gemeindeamt in Maffersdorf. Am Ende des 19. Jahrhunderts noch Schule, heute Sitz der Gemeindeverwaltung und der Polizeistation.

Flaggen vereint im Wind: Europäische Union, Tschechische Republik und Vratislavice nad Nisou.

Im Eingangsbereich befindet sich jetzt auch ein Bank-Automat. Im Gebäude zur Linken ist eine Bäckerei & Konditorei mit einem kleinen Café, das zum Verweilen einlädt.

 

Herbert Möller, Maffersdorf No. 494, in der Eingangshalle des Gemeindeamtes wartet auf den Einlass zum Standesamt. Hier können Kopien z.B. aus den Matrikeln, die aus Datenschutzgründen nicht aus dem Archiv in Leitmeritz online zugänglich sind, aus den Geburts- Heirats- und Sterberegistern per Formular beantragt werden. Eine einfache Fotokopie ist für 20 CZK, Tschechische Kronen, ca. 0,80 €uro erhältlich. Ein beglaubigter Auszug als offizielles Dokument nach europäischem Recht kostet 100 CZK, ca. 3,90 €uro.

Das Standesamt ist auch zuständig für die Friedhofsverwaltung, bei der die Verträge für Grabstellen abgeschlossen werden können.

 

Vor dem obligatorischen Gang zum Friedhof schauen wir noch kurz bei Marika herein:

An der Ecke im alten Pfarramts-Gebäude gegenüber der Kirche befindet sich ein Blumenladen:  "Květinka od Mariky". Hier arrangiert Marika Hemková individuelle Blumensträuße, Gebinde, Gestecke, Schalen oder Kränze; dazu sind z.B. Grablichter erhältlich. Darüber hinaus lässt sich aber auch eine regelmässige Grabpflege vereinbaren.

 

Die Allee zum Ginzkey-Mausoleum zeigt sich in herbstlicher Stimmung.

 

Geht man vom Eingang des Friedhofes rechts herunter zur Friedhofsmauer im Osten, findet sich hier die wieder erworbene Familien-Grabstelle Anton Möller, No.494, die im Jahr 2016 renoviert wurde und nun wieder betreut und gepflegt wird.

 

Auf der Rückseite der Grabtafel wurde aktuell ein Familien-Stammbaum der Möller aus Maffersdorf und der Hübner aus Proschwitz angebracht, der die örtlichen Wurzeln bis zu Beginn des 17. Jahrhunderts aufzeigt.

 

An der Friedhofsmauer entlang Richtung Kunnersdorf zum Proschwitzer Kamm finden sich links und rechts noch einige Grabstellen früherer Maffersdorfer Familien. Es wäre natürlich schön, wenn sich Angehörige fänden, die für die hier begrabenen eine dauerhafte Erinnerung bewahren könnten. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft begrüßt diese Initiativen und fordert zur Erhaltung auf.

 

Im hinteren Teil des Friedhofes befinden sich nur noch wenige Gräber; der Bereich im Nord-Westen ist bis auf eine handvoll Stellen geräumt.

 

Im Nord-Osten findet man die Familiengrabstelle von Beutel Hilde. Wir gedenken in Ehren!

 

Auf dem Weg zurück begegnen wir der Gedenkstätte der Tuiskonen; leider fast alles zerstört ...

 

Im Westen treffen wir wieder auf das Ginzkey-Mausoleum, links im Süd-Osten der Wacheberg.

 

Hier endet nun der Rundgang durch die Vergangenheit mit einem Blick auf die Grabstelle Porsche.

 

Und nun wenden wir uns wieder der Gegenwart und der Zukunft zu.

Auch auf dem Proschwitzer Kamm hat sich einiges getan. 2016 berichtete Familie Hartig vom Bau einer neuen Baude neben dem Aussichtsturm, die inzwischen fertiggestellt und in Betrieb ist. Die "Chata Proseč", Proschwitzer Hütte" bietet neben einem Restaurant und Unterkunft auch eine Baudenstation für den Wanderweg und Informationsmaterial. Aufstiegsbillets für den Turm mit seinen 100 Stufen erhält man für 20 CZK. Wer nicht so hoch hinauf will, dem bietet sich bei schönem Wetter von der großen Außenterasse ein weiter Blick ins Neiße-Tal.

Über Proschwitz hinweg zum rotgedeckten Hof des früheren Elger-Bauern, jetzt Familie Hartig.

 

Der Blick über den Sauerbrunnen (der Turm vorn in der Bildmitte etwas versteckt hinter Bäumen) und das Wurzelloch zur Mosesquelle (verborgen im Wald am Ende der Felder in der Mitte) führt in ca. 5 km Entfernung über die Autobahn A35/E442 von Reichenberg nach Turnau zum Jeschken-Kamm und den davorgelegenen Dörfern Schimsdorf und Münkendorf zwischen Langenbruck und Heinersdorf. (Größere Ansicht mit Klick auf das Bild.)

 

Und jetzt geht's vom angesprochenen Sauerbrunnen zur Vratislavická Kyselka von Jan Vokurka und seinem grandiosen Projekt, der Wiederbelebung und Auferstehung der Sauerbrunnen-Quelle, von dem schon im August d.J. berichtet wurde.

Mit dem neuen Eigentümer der Firma Kitl, Jan Vokurka, konnten wir für den 30. September einen Termin vereinbaren zu einer Führung über die große Baustelle und mit Informationen zu seinem Langzeit-Projekt.

 

Der Weg zur Vratislavická Kyselka führt über die alte Neiße-Brücke. Sie ist allerdings in die Jahre gekommen und muß bis zur erneuten Nutzung erst noch auf ihre Tragfähigkeit geprüft und saniert werden. Der offizielle Baustellenverkehr erfolgt daher von der nordwestlichen Zufahrt.

 

Zur linken Seite grenzt das Betriebsgelände an die abwärts fließende Lausitzer-Neiße, die in den letzten Jahren wieder sauberer geworden ist, dass wieder Fischbestand zu verzeichnen ist.

 

Flußaufwärts zur Rechten liegt die im Bau befindliche Lager- und Produktionshalle von Kitl.

 

Beim Eintritt auf das Gelände zeigt das alte Hauptgebäude nur einen Schatten des früheren Glanzes. Durch mehrere Brandstiftungen stark beschädigt wird es hohen Aufwand erfordern, eine erneute Nutzung möglich zu machen. Hier lagerte auch das Archiv des Sauerbrunnens mit ältestem Material, das leider ebenso den Flammen zum Opfer fiel. Jan Vokurka ist sehr interessiert, Dokumente und Gegenstände zu finden, die seine geplante Ausstellung bereichern können.

 

Anfang September hatte Inge Schwarz Gelegenheit, sich von Jan Vokurka das Projekt und den aktuellen Stand des Wiederaufbaus des Sauerbrunnens als Vratilavická Kyselka erläutern zu lassen.

Momentan produziert die Firma Kitl GmbH mit ca. 40 Mitarbeitern in Gablonz Sirup, Nahrungsergänzungsmittel, Salben etc. auf Bio-Basis und befindet sich auf stetigem Wachstumskurs. Die Produktphilosophie orientiert sich an den Erkenntnissen des Wunderdoktors Johann Josef Kittel, dessen Heiltätigkeit im Laufe des 18. Jahrhunderts zu seinem Ruf als "Faust des Isergebirges" führte. Johann Josef Kittel ist daher der Namenspatron für die Firma Kitl.

 

Der vordere Teil der Halle, jetzt schon mit neuem Dach, soll Lagerung und Vertrieb dienen.

 

Im hinteren Teil der Halle wird die Produktion und Abfüllung der vielfältigen Kitl-Produktlinie eingerichtet werden. Hier sollen aber auch wieder die Quellen des Sauerbrunnens aktiviert werden, um in Flaschen abgefüllt, in den Verkauf zu gelangen. Schon im nächsten Jahr soll hier Betrieb sein, um das nötige Kapital zu erwirtschaften, das für den weiteren Aufbau erforderlich ist. Die Administration wird dabei aber zunächst am jetzigen Standort in Gablonz verbleiben.

 

Es bleibt also noch viel zu bewegen. Das alte Hauptgebäude, von Jan Vokurka liebevoll "Schloß" genannt, steht weiter hinten in der Liste der Prioritäten. Der Aufwand an Arbeit und Kapital für die spätere Nutzung wird hoch sein, zumal es das Schmuckstück werden soll, einerseits als Sauerbrunnen-Museum, andererseits zur Präsentation der Kitl-Produkte und ihrer Philosophie.

Wir wünschen weiterhin gutes Gelingen.

 

Die kurze Herbst-Visite in Maffersdorf neigt sich nun dem Ende entgegen, und wir wenden uns zum Abschluss dem Wasserturm der Ginzkey-Fabrik zu. Inzwischen steht er unter Denkmal-Schutz und es haben sich verschiedene Gruppen etabliert, die mit unterschiedlichen Interessen und Angeboten dabei sind, dem alten Gemäuer neues Leben einzuhauchen. Einerseits unter historischen Aspekten, aber auch mit kulturellen Angeboten, wie Kunst, Musik, Lesungen oder Vorträgen. Inge Schwarz hält auch hier Kontakt, um das neue Schaffen zu beobachten.

Vor dem Eingang zum Turm: Anna - die Übersetzerin, Jitka Jakubičková - die Gründerin und Organisatorin des AvantgArt-Vereins wird auch von ihrem Mann und ihrem Bruder unterstützt, Inge Schwarz mit farbenfrohem Blumenstrauß, Šárka Kadlecová - die Historikerin im Team und der 96-jährige Otakar Oraný, langjähriger früherer Direktor der Ginzkey-Nachfolgefirma BYTEX.

 

Mit Blick auf den Wasserturm endet die kurze Herbst-Visite in Maffersdorf. - Auf Wiedersehen!

 

Lothar Moeller, Oktober 2019

 


 

 

 

Erfrischendes an heißen Sommertagen

 

 

Wenn im Kessel des Neiße-Tals zwischen Jeschken, Proschwitzer-Kamm und Kaiserstein die Luft zu stehen schien, und trotz aller ermattender Hitze die Feldarbeit angesagt war, die nicht auf die Befindlichkeiten der Bewohner Rücksicht nehmen konnte, so hieß es auch beim Neupauer Anton Möller, dass er für das Wohl seiner Gehilfen sorgen musste. Er hatte die Scholle No. 494 zu beackern, die in einem schmalen Streifen von der Eisenbahnlinie am Wurzelloch bis an der Moses-Quelle vorbei in den Wald hinein an den Grund von Fürst Rohan grenzte.

Und so hieß er seinen ältesten Sohn Herbert hinüberzulaufen zur Weberquelle, die in Sichtweite den Hang hinab gut erreichbar lag, doch etwas von dem köstlichen Sauerbrunn-Getränk zu besorgen.

Der leicht sprudelnde Säuerling wurde dann noch mit Essig verlängert, so dass eine gekühlte Erfrischung entstand, die den Durst gut löschte und dabei half, die Feldarbeit bei dem heißen Wetter erträglicher zu gestalten.

 

 

Die Entdeckung der Quelle des Maffersdorfer Sauerbrunnens begann schon im Jahr 1862. Karl Skollaude, No. 64 l./N., hatte einen Brunnen für seine Bleicherei gegraben, wobei sich ergab, dass dieses Wasser säuerlich schmeckte und etwas sprudelte. Spätere Untersuchungen mit genauerer chemischer Analyse zeigten die Qualität dieser neuen Mineralquelle. Die Nachricht über die neue Heilquelle verbreitete sich schnell über Maffersdorf hinaus, der Absatz stieg, und Skollaude erweiterte den Betrieb um ein Badehaus.

Soweit Anton Jäger in der Maffersdorfer Dorfchronik von 1865, S.463ff.

Die weitere Entwicklung zeigte sich positiv und im Laufe der Zeit wechselten auch die Besitzer. Nach Skollaude wurde der Sauerbrunnen 1892 zur Rudolfsquelle, betrieben durch die Genossenschaft Wundrak & Co.

 

1894 errichtet der in Maffersdorf geborene Architekt Ernst Schäfer ein neues Badehaus. Maffersdorf ist nun Kur- und Badeort, und als Heil- und Tafelwasser wird der Sauerbrunn international vielfach ausgezeichnet.

 

 

Josef Wundrak starb 1904 und Spenglermeister Anton Porsche, der Vater des Konstrukteurs Ferdinand Porsche, wurde persönlich haftender Gesellschafter eines Konsortiums.

Der erste Weltkrieg hatte wirtschaftliche Folgen, und eine Erholung setzte erst danach mit seinem neuen Besitzer Josef Weber wieder ein. Der Sauerbrunn erlangte neuen Ruf als Weber-Quelle.

1929 veröffentlicht Dr. Josef Gränzer, Realschuldirektor i.R. in Reichenberg, in der Zeitschrift „Firgenwald“ Vierteljahrschrift für Geologie und Erdkunde der Sudetenländer, 2. Jahrgang, Heft 3, S. 69-77, unter dem Titel „Der Sauerbrunnen „Weberquelle“ in Maffersdorf bei Reichenberg in geschichtlicher und geologischer Hinsicht.“ eine detaillierte Abhandlung über die vorliegenden Gegebenheiten dieser Quellen.

Im „Lehrbuch der Bäder- und Klimaheilkunde“, Berlin 1940, Hrsg. Prof. Dr. H. Vogt, Direktor der Reichsanstalt für das deutsche Bäderwesen, werden u.a. der Mangangehalt deutscher Mineralquellen, S. 476 f, und der Kobaltgehalt deutscher und ausländischer Mineralquellen, S. 484, verglichen.

Beim Mangan liegt die Maffersdorfer Weberquelle im Vergleich mit 35 weiteren Quellen mit einem Wert von 2,16 mg/kg Mn auf dem 22. Rang zwischen 6,11 mg/kg Mn als Maximum und 1,07 mg/kg Mn als Minimum.

Beim Kobaltgehalt liegt der Säuerling aus Maffersdorf auf Platz sechs von zehn mit 0,326 mg/kg Co, wobei die Erstplatzierung einen zehnfach höheren Wert ausweist, nämlich 3,394 mg/kg Co.

 

 

 

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges kommt es zu einem stetigen Niedergang, und Inge Schwarz schreibt 1994 in ihrer Maffersdorf-Chronik, Gewerbe und Industrie, Bd. 2:

„In den achtziger Jahren sah es mehr einer Ruine gleich. Anfang der neunziger Jahre wurde mit einer Restaurierung begonnen. Ich möchte fast sagen, daβ das weiter flieβende Mineralwasser auch unseren "Sauerbrunn" wieder gesund gemacht hat; auch wenn es lange gedauert hat. Jetzt gibt es den Sprudel auch mit Geschmack. Er wird wohl mehr bei Durst als bei Halsweh helfen.“

http://www.maffersdorf.de/chronik/band_02-2/maffersdorf_gewerbe-und-industrie_02-2_07.htm

 

 

 

 

In der Jablonecký denik.cz vom 21.05.2012 berichtet Jana Švecová:

1989 wurde eine neue Gesellschaft, die Vratislavická Kyselka gegründet. Sie produzierte bis 2004, nahm den Betrieb 2006 wieder auf, um 2008 die Produktion wieder einzustellen. Ein neuer Eigentümer übernimmt, aber ohne, dass etwas passiert. Im Herbst 2011 erfolgt ein erneuter Besitzerwechsel.

https://jablonecky.denik.cz/z-regionu/vratislavicka-kyselka-stacirna-a-kolonada-pry-do-sedmi-let-20120521.html

 

 

Die Autorin Petra Laurin, die auch das Begegnungszentrum in Reinowitz leitet, berichtet im Landes-Echo vom 02.10.2018:

Der Gablonzer Safthersteller Kitl hat das verfallene Gelände des Maffersdorfer Sauerbrunnens gekauft. Er will die Mineralwasserfabrik am Neiße-Ufer sanieren. Die Renovierung wird viel Zeit, Energie und vor allem Geld erfordern.“

Schon 2011 war es zu einem Brand mit schweren Beschädigungen des Turms gekommen, und die Decken waren eingebrochen.

Der neue Eigentümer, Jan Vokurka, hat langfristige Pläne und sagt: „Wir wollen diesem mystischen Ort wieder seinen ursprünglichen Zauber zurückgeben.“

 


Jan Vokurka in seiner Sauerbrunnenanlage in Maffersdorf. - Foto: Archiv Firma Kitl

 

Petra Laurin weiter: „Die Quelle ist nicht besonders reich, sie gibt 24 Liter pro Minute“, so Vokurka. Er betrachtet sie trotzdem als eine sinnvolle Ergänzung zu dem Saftprogramm seiner Firma Kitl...

 

Vokurka ist Perfektionist und ein erfolgreicher Sirup-Produzent. Was er macht, muss haargenau stimmen. Als junger Unternehmer war er der allerfolgsreichste Jung-Manager Tschechiens. Er vertrat die Firma Nestle und hätte auch dort eine vielversprechende Karriere machen können. Doch vor 13 Jahren verließ er den Weltriesen und steckte seinen ganzen Elan zuerst in die Erneuerung der beinahe vergessenen Traditionen des Naturheilers Johann Josef Antonius Eleazar Kittel, der auch als „Faust des Isergebirges“ bekannt ist. Später produzierte Vokurka in seiner kleinen Fabrik in einer Neubausiedlung in Jablonec Medizinweine und Säfte in BIO-Qualität. Heute hat Vokurka 45 Mitarbeiter. Im Vorjahr machte [er] mit seinem Betrieb einen Jahresumsatz von umgerechnet fast zwei Millionen Euro. Seine Firma wächst schnell und systematisch. „Maffersdorf war eine länger geheim gehaltene, aber gut vorbereitete Akquisition“, sagte er."

 

http://www.landesecho.cz/index.php/forum/739-neue-chance-fuer-alten-sauerbrunnen

 

Der Artikel von Petra Laurin zur neuen Perspektive für den Sauerbrunnen erschien auch in der Sudetendeutschen Zeitung.

 

Wir möchten an dieser Stelle, viel Glück, Geschick und einen langen Atem wünschen, um Jan Vokurkas Traum zu neuer Realität zu verhelfen.

 

https://www.kitl.cz/

 

https://www.kitl.cz/vratislavicka-kyselka/

 

 

Lothar Moeller, August 2019

 


 

 

Bericht aus Maffersdorf

Im Juli konnte ich überraschend ein paar Tage in die alte Heimat mitfahren und auch Maffersdorf besuchen. Ich traf dort mit den Nachfolgerinnen von Hilde Beutel zusammen. Es hat sich ein Team gebildet, das sich um die Arbeit und Organisation in der Gruppe des deutschen Kulturverbandes in Maffersdorf kümmert. Es sind dies  Brigitte Jonas, Sieglinde Schier und Renate Seitz .

 

 

Ich habe die drei hier mit mir auf ein Foto zusammengedrängt. Bei einem Kaffeeklatsch übergab ich ihnen auch wieder unsere Jahresspende von 300.-€, wofür sie herzlich danken. Dabei erfuhr ich, dass die Gruppe noch etwa 50 Mitglieder hat und sehr aktiv ist. Auch in Maffersdorf werden natürlich alle älter und so ist der Aktionsradius auch kürzer geworden. Im Jahresrückblick auf 2018 steht deshalb öfter Spaziergang statt Ausflugsfahrt oder gar Reise wie noch vor einigen Jahren. So spazierten sie im März zur Turmuhr nach Christofsgrund,  im April zum Reichenberger Zoo, im Juli zur Kapelle in Ruppersdorf. Ausfahrten gab es zweimal ins Isergebirge. Dazwischen trifft man sich zum Fasching, Muttertag und im Advent in einem Lokal in Maffersdorf. Also kommt man  immer noch einmal jeden Monat zusammen. So ist unsere Spende z.B. zum Kauf von Kaffee und Kuchen sehr willkommen.

 

Inge Schwarz 07-2018


 

Die neue Grabstelle
von Hilde Beutel und ihrer Familie
auf dem
Maffersdorfer Friedhof

 

Größere Ansicht mit Klick auf das Bild.

 

© lth moeller 11-2018

 

BUCH-Tipp:

 


 

Deutsche Schicksale aus dem Isergebirge

 

Traurig, spannend aber auch hoffnungsvoll – so waren die Wege und neuen Anfänge vieler Deutscher aus dem Isergebirge zwischen Jeschken und Iser. Dokumentiert wurden sie nun in dem Sammelband „Schicksale der Deutschen aus dem Isergebirge nach 1945“, herausgegeben vom Haus der deutsch-tschechischen Verständigung in Reinowitz (Rýnovice).

Das Buch erzählt von der Vertreibung im Sommer 1945 und Lebensgeschichten derjenigen, die in ihrer Heimat bleiben durften. Gemein hatten alle die fehlende Möglichkeit frei atmen zu können. Sie lebten in Angst, Unsicherheit und Hass, suchten einen neuen Sinn des Lebens.

„Neben persönlichen Erinnerungen der Zeitzeugen beinhaltet es auch zahlreiche historische Fakten, die zur Erklärung einer Übergangsentfremdung zwischen den beiden Nationalitäten, die jahrhundertelang auf dem Gebiet Böhmens, Mährens und Schlesiens gelebt haben, beitragen“, erklärte Petra Laurin. Sie ist eine der drei Autorinnen neben der Vorsitzenden des Kulturverbandes, Irena Novák, und Christa Petrásková aus Gablonz (Jablonec). Als Fachberater wirkte Raimund Paleczek vom Sudetendeutschen Archiv.

„Leute, die keinen Krieg erlebten und heute in Wohlstand leben, denken schon gar nicht mehr an die verlorenen Leben und Existenzen, an die Menschen, die auch in der Nachkriegszeit noch sehr lange zu leiden hatten", betonte Laurin. Gerade deshalb sei dieses Buch so wichtig: um sich mit den Schicksalen dieser Menschen auseinanderzusetzen, stellvertretend für alle Verfolgten. „Um nicht zu vergessen, um den Mechanismus der Massenmanipulation zu begreifen, um daraus für die Zukunft zu lernen. Denn so etwas könnte immer wieder passieren.“

PETRA LAURIN

 

ISBN: 978-80270-4885-4

 

Verkaufspreis: 13,00 € zzgl. Versandkosten

Bestellungen in Reinowitz unter info@laurin.cz
oder

Bestellungen in Deutschland bei:
Frau Urd Rothe-Seeliger
Heimatkreis Reichenberg
Troppauer Str. 28
84478 Waldkraiburg
Tel.: 08638-65314 od. 0171-6413272

 

http://www.academia.cz/osudy-nemcu-schicksale-der-deutschen--laurin-petra--dum-cesko-nemeckeho--2018

https://www.kosmas.cz/knihy/252564/osudy-nemcu-schicksale-der-deutschen/

 

Haus der deutsch-tschechischen Verständigung in Reinowitz:
http://www.riegerhaus.cz/

 

BUCH-Tipp
& Inhaltsverzeichnis in PDF

 

 

Blick zur neuen Baude
auf dem Proschwitzer Kamm

Größere Ansicht mit Klick auf das Bild.

Vom Proschwitzer Friedhof hat man etwas Sicht durch die Bäume.

© lth moeller 11-2018

 

Die Grabstelle der Familie Porsche
in neuem Glanz

Größere Ansicht mit Klick auf das Bild.

© lth moeller 11-2018

 

NEU:
Der Chronik-Band "Maffersdorf - Erinnerungen in Bildern" steht jetzt komplett als PDF-Datei zur Verfügung.

 

 

Der Deutsche Kulturverband Maffersdorf bedankt sich wieder mit einem herzlichen Vergelt's  Gott für die finanzielle Unterstützung auch im vergangenen Jahr durch die Heimatstelle.  Die Arbeit wird im Sinne von Hilde Beutel weitergeführt. Die Organisation der Veranstaltungen und Ausflüge hat Frau Brigitte Jonasova übernommen. Renate Zajicova / Seitz kümmert sich um die Finanzen. Sieglinde Schier meint: "...und ich gebe auch meinen Senf dazu." Ich wünsche allen viele gute Ideen und Freude an der Arbeit, damit ich auch im nächsten Jahr wieder so einen langen Veranstaltungsbericht bekomme  wie dieses Mal: Jeden Monat einen Kaffeeklatsch und 2 - 3 Ausflüge in der Sommerzeit, das kann sich sehen lassen.

 

 

 

Eine alte Grabplatte gab Rätsel auf

Sie befindet sich im Riesengebirgsmuseum in Jilemnice, ehemals Starkenbach. Herr Magister Martin Witkowski wollte von uns dazu Näheres wissen. Lothar Moeller hat sich in die Nachforschung gestürzt und Vieles herausgefunden, wie Ihr hier  lesen könnt:

 

Gablonzer Tagblatt
1929-03-09

Seite 2. Sonnabend den 9. März 1929

 

* Zwei junge Leute im Riesengebirge vermißt. Der „Bote ans dem Riesengebirge“ meldet: Seit Freitag werden zwei junge Leute aus Maffersdorf bei Reichenberg vermißt, die eine Schneeschuhtour durch das Riesengebirge unternehmen wollten. Der eine von ihnen ist zwanzig, der zweite einundzwanzig Jahre alt. Beide sind von schlanker Gestalt. Der Bruder des einen Vermißten, der Ingenieur Eduard Stertz aus Maffersdorf, hat schon eifrig Nachforschungen noch den beiden Vermißten angestellt, hat aber bisher nichts gefunden. Merkwürdig ist, daß man von den Vermißten bisher auch nicht eine Spur gefunden hat. Obwohl Herr Stertz schon einen großen Teil der böhmischen und reichsdeutschen Bauden des Gebirges aufgesucht und dem Personal die Bilder der Vermißten vorgelegt hat, konnte sich niemand in den Bauden erinnern, die beiden gesehen zu haben. Die Möglichkeit, daß die beiden jungen Leute das Opfer eines Unfalls geworden sind, ist natürlich nicht ausgeschlossen. Besonders am Freitag, an dem die beiden die Tour angetreten haben, war das Wetter im Gebirge sehr ungünstig. Es herrschte außerordentlich starker Nebel, so daß man in den Nachmittagsstunden tatsächlich kaum die Hand vor den Augen sehen konnte. Dazu gab es noch Kälte und Schneetreiben. Sollte tatsächlich ein Unglück vorliegen, so ist bei den ungeheuren Schneemassen, die zurzeit im Gebirge liegen, an ein Auffinden der beiden natürlich nicht zu denken.

 

 

Gablonzer Tagblatt
1929-04-03

Seite 2. Mittwoch den 3. April 1929

 

Im Riesengebirge aufgefundene Leiche. Eine größere Gesellschaft Turnauer Studenten, die sich am Ostersonntage auf einem Skiausfluge im Riesengebirge etwas verirrt hatte und in den Klausengrund unterhalb des Ziegenrückens (auf dem Wege von den Renner-Bauden nach Spindlermühle) geraten war, fand dort, von einer Lawine zum Teil verschüttet, die Leiche eines Skifahrers. Da der Tote keine Papiere bei sich hatte, konnte seine Identität zunächst nicht festgestellt werden. Der Aufgefundene wurde im Laufe des Ostermontag von der Gendarmerie und einigen Bewohnern aus Spindlermühle ausgegraben und nach Spindlermühle geschafft. Da man in dem Toten einen der beiden seinerzeit verunglückten Maffersdorfer Studenten vermutete, ließ man den Bruder des einen der beiden Verunglückten kommen, der an den bei dem Toten vorgefundenen Sachen erkannte, daß es sich tatsächlich um Erwin Stärz aus Maffersdorf handelte. Die Leiche wird nach Maffersdorf übergeführt werden. Von dem zweiten Verunglückten, Wilh. Schöbel, fand man nur die Kappe. Daraus geht hervor, daß auch er von derselben Lawine verschüttet wurde. Doch konnte seine Leiche bisher noch nicht geborgen werden.

 

 

Der Wanderer im Riesengebirge
01.05.1929, Seite 75

 

Von einer Lawine verschüttet wurden zwei Maffersdorfer Gewerbeschüler, der 18 Jahre alte Wilhelm Schöbel und der 19 jährige Erwin Stärz. Sie hatten am 27.II eine Skitour über Klein-Iser, Hohenelbe nach Spindlermühle unternommen und sollten am 1. März wieder zurückkehren. Die beiden wurden zuletzt am Nachmittage des 27. II. beim Wittighause gesehen. Eine größere Gesellschaft Turnauer Schüler, die sich am Ostersonntage auf einem Skiausfluge etwas verirrt hatte und in den Klausengrund unterhalb des Ziegenrückens (auf dem Wege von den Renner-Bauden nach Spindlermühle) geraten war, fand dort, von einer Lawine zum Teil verschüttet, die Leiche eines Skiläufers. Der Tote wurde im Laufe des Ostermontag von der Gendarmerie und einigen Bewohnern aus Spindlermühle ausgegraben und nach Spindlermühle geschafft. Da man in dem Toten einen der beiden vermißten Maffersdorfer vermutete, ließ man den Bruder des einen kommen, der an den bei dem Toten vorgefundenen Sachen erkannte, daß es sich tatsächlich um Stärz handelte. Die Lawine, in der Stärz gefunden wurde, war etwa 25 Meter breit, über 100 Meter lang und hatte eine Höhe von 10 bis 12 Meter. Von dem zweiten Verunglückten Schöbel fand man nur die Mütze. Daraus geht hervor, daß auch er von derselben Lawine verschüttet wurde. Erst am 15. April wurde die Leiche Schöbels von 10 Turnern aus Spindlermühle im Klausengrunde am Abhang des Ziegenrückens gefunden. Man hatte schon mehr als 2 Stunden vergeblich gesucht; da wurde man durch das Scharren eines Hundes auf die richtige Stelle aufmerksam und fand hier, etwa einen Meter unter dem Schnee, die Leiche des Vermißten. Er lag mit dem Kopf gegen den Ziegenrücken und mit den Füßen gegen das Tal.

 

[ PDF öffnen mit KLICK auf das Bild ]

 

 

 


Ergänzungen zum Bericht
"Eine alte Grabplatte gab Rätsel auf"

Am 6. November 2018 hatte ich die Gelegenheit, Herrn Magister Martin Witkowsi im Riesengebirgsmuseum in Jilemnice, ehemals Starkenbach, persönlich zu begegnen. Er führte mich in das Museums-Depot und zeigte mir die alte Gedenkplatte aus Gusseisen. Sie war so schwer, dass sie kaum auf einen Stuhl zu heben war, um sie dort besser fotografieren zu können.

 

© lth moeller 11-2018

 

Aus Griebens Reiseführer, Bd. 18 "Das Riesengebirge", von 1913-1914 stammt zur Orientierung die folgende Übersichtskarte "Umgebung von Spindelmühle", S. 132f, mit dem Ziegenrücken und dem Klausengrund.

Ein KLICK auf das Bild öffnet einen Ausschnitt des Bandes mit der Beschreibung von Wanderrouten in der Umgebung von Spindelmühle.

 

 

 

Am 8. März 1929 erschien in der Zeitschrift "Der Bote aus dem Riesengebirge" der erste Bericht über das tragische Unglück:

 

 

Dezember 2018, Lothar Moeller

 

 


 

Neue Baude auf dem Proschwitzer Kamm

Vom Herbst 2016 sind die Aufnahmen, die uns Werner Hartig aus Proschwitz zugesandt hat.

 

Ferdinand Porsche - Geburtshaus - Museum


Familie Porsche vor dem Haus Maffersdorf, R.S. No. 38


Das Porsche-Haus im Juli 2007


Bronzerelief zum Gedenken an Ferdinand Porsche
Fotos: Lothar Moeller


Das Porsche-Haus am 21. Februar 2014. Foto: mapy.cz

Ferdinand Porsche
hat in Maffersdorf ein eigenes Museum.

 

Am Freitag, den 11. November 2016, wurde das neu errichtete Porsche Geburtshaus in Maffersdorf, etwa 3,5 km südöstlich des Reichenberger Stadtzentrums, für die Öffentlichkeit eröffnet. Das in der Vergangenheit mehrmals umgebaute Haus wurde von außen detailtreu in seinen ursprünglichen Zustand gebracht. Die Idee, das historische Haus in seinem alten Zustand wiederherzustellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, kam von dem Autokonzern SKODA Auto in Jungbunzlau, der das historische Gebäude, in dem Ferdinand Porsche am 3. September 1875 geboren wurde, im Jahr 2011 gekauft hat.

 

Wir haben das Haus in seinen ursprünglichen Zustand gebracht, obwohl es wahrscheinlich leichter wäre, das Gebäude abzureißen und wieder neu aufzubauen", sagte Skoda-Sprecher Vítězslav Kodym.

 

In dem Geburtshaus des berühmten und weltbekannten Autokonstrukteurs befinden sich drei Räume, in denen eindrücksvoll über die Entwicklung und Erfindungen der böhmischen Industrie sowie über das Leben und Werk des Autokonstrukteurs berichtet wird. Moderne Kommunikation mit den ausgestellten Exponaten bieten den Besuchern die iPads (elektronische Tablets), die die gewünschten Informationen, Fotos und kurze Videos den Besuchern übermitteln.

 

Ein echtes Glanzstück der Ausstellung ist sicherlich das nachgebaute Automodel  „Porsche Lohner Semper Vivus“ an desen Entwicklung sich Ferdinand Porsche beteiligt hat. Ausgestattet wurde es mit einem Otto- und Elektromotor. Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 erhielt der Lohner-Porsche viel Anerkennung und Lob. Der 3,40 Meter lange und 1,85 Meter hohe Viersitzer mit elektrisch angetriebenen Vorderrädern war das erste Hybridauto der Welt. Das Auto zu fahren war immer eine Schwerstarbeit. Ferdinand Porsche wird auch als Schöpfer des Käfers bezeichnet. Der VW Käfer ist ein von 1938 bis 2003 produziertes Auto-modell und war bis Juni 2002 mit über 21,5 Millionen Exemplaren das meistverkaufte Auto-mobil der Welt.

Es ist ein wunderbares Haus und ich bin froh, dass wir es hier haben. Ich freue mich, dass das Museum gegründet wurde, und glaube, dass es Touristen anzieht“, sagte der Bürgermeister von Maffersdorf Lukáš Pohanka.  

Im Hof befindet sich ein modern eingerichtetes Café und ein Souvenirshop, in dem die Museumbesucher nach Ihrem Rundgang Souvenirs kaufen können. Das Museum ist am Wochenende von Freitag bis Sonntag von 9:00-17:00 Uhr geöffnet.

 

Text und Fotos: Stanislav Beran
[aus der Sudetendeutschen Zeitung vom 25.11. 2016]


Ausstellungsraum im Porsche-Haus mit dem "Porsche Lohner Semper Vivus"
Foto: Werner Hartig aus Proschwitz


Porschehaus im November 2016, Foto: Karl Schier aus Dörfel

 


 

Virtuelle Reise nach Maffersdorf / Vratislavice

Um sich im heutigen Maffersdorf / Vratislavice nad Nisou ein wenig umzusehen, bietet die Online-Karte MAPY.CZ vielfältige Möglichkeiten.

Mit der Schaltfläche  Změnit mapu  lassen sich z.B. unterschiedliche Darstellungsarten auswählen.

Mit der Schaltfläche  Z letadla  kann man auf Luftbildmodus umschalten.

Virtuelle Fahrten durch die Straßen werden mit  Panorama  möglich. Mit Doppel-Klick auf eine Stelle der roten Linien, die sich über die Straßen gelegt haben, wird auf die Kamerafahrt-Aufzeichnung umgeschaltet. Durch Klicken auf die Richtungspfeile lässt sich die Fahrt fortsetzen, oder mit linkem Klick und Festhalten kann man die Ansicht drehen.

Zusätzlich wird 3D-imensionale Ansicht geboten, setzen von Markern, Entfernungsmessungen, Exportfunktionen und manches mehr.

Einfach mal ausprobieren + viel Spaß bei der virtuellen Reise!
Die Maffersdorfer Fahrt beginnt an der Kirche ...

 


 

Im Gedenken an unsere Heimatfreundin
Hilde Beutel


16.2.1925 - 23.7.2016

(Nachruf von Inge Schwarz)

Jetzt im Sammelsurium zu finden

 

Bericht von den
Maffersdorfer-Treffen 2016
von Inge Schwarz

Maffersdorfer Treffen
in Gießen und Mauerstetten

Palmsonntags-Treffen in Gießen–Wieseck
am 20. März 2016

Hintere Reihe von links: Gerd Tallowitz, Herbert Siebert,
Lothar Weikert (Pilz-Bauers Enkel), Kuhn Gisbert, Michael Naumann,

Vordere  Reihe von links:, Hilde Tallowitz-Prade,  Margit Naumann-Lange,
Walli Wolf, Inge Schwarz, Lydia Görnert- Lindner

 

 

Ich habe mich gefreut, dass ich in diesem Jahr wieder in der Mitte dieser Maffersdorfer Runde sein konnte. Das war möglich, weil ich zuhause eine Hilfe für meinen Mann hatte.

Da ich die Reise aber an einem Tag machen musste, war es sehr anstrengend:
13 Stunden in Zug und Bus und nur 3 Stunden im Bürgerhaus.
Wie das Foto zeigt, ist der Kreis wieder kleiner geworden. Für nächstes Jahr haben wir uns nicht festgelegt.  Ich werde rechtzeitig im Heimatblatt und auf der Homepage Mitteilung machen, ob und wie und wo wir uns noch einmal treffen.

 

 

Dreifaltigkeits-Sonntag in Neugablonz–Mauerstetten
am 22. Mai 2016

Hintere Reihe von links:
Erwin Möller, Walter Wirth, Rudolf Horak, Prof. Roland Bulirsch, Waltraut Bulirsch, Waltraud Zappe, Rudi Zappe, Roland Bartmann, Dietlinde Wirth,

Vordere Reihe von links:
Katharina Lindner, Liesl Schaub / Pilz, Hanne Horak, Herbert Siebert, Sigrun Möller, Ingeburg Schmied / Hüttmann,  Elisabeth Voß / Appelt, Luise Bartmann,
Inge Schwarz / Schwarzbach, Eva Fähnrich-Barnett.
 

Der Fotograf war Lothar Weikert, der jüngste Teilnehmer mit der weitesten Anreise (Pilz-Pauers Enkl, dar aber ou schunt Grußvoter is). Ich habe ihn unten ins Bild "geflickt".

 

Hier in Mauerstetten haben wir das Treffen für 2017 wieder fest verabredet

Zu jedem Zusammensein gehört immer auch das Gedenken an die Verstorbenen des letzten Jahres. Seit dem Palmsonntag 2015 sind verstorben, soweit deren Tod mir mitgeteilt wurde:  Waldtraut Braun / Waller (Jhg. 1930), Ilse Hübner / Hübner (1920), Ilse Giering / Ginter (1925), Ernst Hiebel (1931), Marga Brand / Möller (1928), Alice Darra / Kuhl (1919), Irmgard Seidel / Weber (1925), Appelt Berthold (1918), Kurt Wollmann (1934), Kurt Schmied (1931), Walter Schönbeck (1931), Josef Benesch (1928), Karl Pfau (1926), Heinz-Günther Klunker (1914), Hansjörg Slansky (1935), Marie Schwarz / Wundrak (1913), Grete Erle / Stärz (1914), Liesl Papenfuß / Schmied (1926), Anton Kunert (1932), Christa Schwarzbeck / Ortig (1935), Helmut Peukert (1944).

Ein paar Zahlen aus meinem Arbeitsbericht:

2015 habe ich 285 Geburtstagskarten verschickt und viele Antworten über die Post, das Telefon oder an meine E-Mailadresse bekommen. Das freut mich immer. Ich weiß aber auch, dass keine Antwort nicht unbedingt Desinteresse bedeutet, denn viele freuen sich zwar über die Grüße, können aber nicht mehr schreiben oder anrufen. Da ist es hilfreich, wenn mal eine Tochter oder ein Sohn beim Telefonieren oder Schreiben hilft. Danke.

Zu unserem Kassenbericht für das Kalenderjahr 2015 war zu sagen: Den Einnahmen von 2520,81 € aus Spenden an die Heimatstelle (Im RHB veröffentlicht), der Tellersammlung in Gießen und Mauerstetten und dem Übertrag aus 2014 standen Ausgaben von 2074,02 € gegenüber. So sind wir mit 446,79 € in das Jahr 2016 gegangen. Die Kasse wurde von Roland Bartmann geprüft und für in Ordnung befunden. Ich danke Roland dafür.

Ich konnte ganz aktuelle Fotos (vom März 2016) von der neuen Baude auf dem Proschwitzer Kamm zeigen, die mir Werner Hartig jun. aus Proschwitz  schickte.  Auf einem Foto sind auch seine Eltern Werner Hartig und Annelies, geb. Elger zu sehen. Das Foto mit dem Turm dokumentiert, dass man mit dem Auto hinfahren kann.

 

 

 

 

Jetzt im Sommer kann man sicher schon einkehren und vielleicht auf den Jeschken und Maffersdorf und Proschwitz herunter schauen.

Schade, dass die meisten von uns das wohl nicht mehr genießen können. Man muss im Alter von so vielem  Abschied nehmen.

Dann will ich am Ende noch Grüße von Hilde Beutel aus Maffersdorf ausrichten und ihren Dank allen weitersagen  für die jährlichen Zuwendungen, die sie für Ihre Gruppe des deutschen Kulturverbandes von uns bekommt. Beim Treffen erfuhr ich auch, dass Hilde  bei der Weihnachtsfeier ihrer Gruppe im Maffersdorfer Pfarrsaal hohen Besuch hatte und Lob und Ehrung erfuhr. Herr Peter Barton, Leiter des Sudetendeutschen Büros in Prag, und Frau Irene Novak, die Landesvorsitzende des Kulturverbandes, waren aus Prag gekommen, um auch nachträglich noch zum 90. Geburtstag zu gratulieren.

•••

 

 

Familienforschung !

Wer nach seinen Ahnen aus Maffersdorf suchte, der musste sich bisher persönlich in das Archiv nach Leitmeritz begeben, um in den alten Kirchenbüchern zu forschen.

Hier hat es nun eine Änderung gegeben, die vieles einfacher macht: Die Kirchenbücher sind nun digitalisiert und online abrufbar.

Das Staatliche Gebietsarchiv in Leitmeritz hat die folgende Plattform installiert:

Archivni VadeMecum

Staatliches Gebietsarchiv in Leitmeritz -
Führer durch die Sammlung der Personenstandsregister

 

Das Riesenfaß am Jaberlich

Im Reichenberger Heimatblatt vom Dezember 2011 findet sich ein informativer Beitrag zum Thema Riesenfaß am Jaberlich – gestern und heute.

Hier ein paar Ergänzungen, die zum überwiegenden Teil von Herrn Werner Hartig zugesandt wurden.

Weitere Informationen, u.a. auch die meisten der gezeigten Bilder, finden sich im Internet zur Fremdenverkehrswerbung für das Jaberlich-Gebiet:

HOLIDAYINFO


REGION


WEBKAMERA

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Ein Bericht über das Riesenfaß am Jaberlich ist als PDF mit Mausklick auf das Bild aufzurufen.

Dateigröße ca. 3,1 MB

 

 

Ein umfangreicher Bericht mit vielen Bildern über das Maffersdorfer-Treffen in Zittau-Olbersdorf im September 2009 ist als PDF mit Mausklick auf das Bild aufzurufen.

Dateigröße ca. 4,6 MB

Die Maffersdorfer Chronik ist nun leider vergriffen. Es sind noch Einzelhefte zu "Gewerbe und Industrie", "Menschen und Schicksale" und die "Pfarrei" (jedoch nicht mehr über die Kirche) vorhanden. Ich biete sie zum Portopreis von 1,50 € an.

Der Bildband ist noch in ausreichender Menge vorhanden.
Der Preis inkl. Porto und Verpackung beträgt 15,00 €.

Für Fragen und Bestellungen stehe ich jederzeit zur Verfügung

Inge Schwarz, Ortsbetreuung Maffersdorf
 

 

Genaue Informationen weiterhin über Aktuelles und Termine  unter www.maffersdorf.de

und natürlich im Reichenberger Heimatblatt,
in dem Maffersdorf seine Seiten hat.
Erscheint alle zwei Monate
für € 36,60 im Jahr im:
Helmut-Preußler-Verlag
Dagmarstraße 8, 90482 Nürnberg,
Telefon +49 911 95478 0, Telefax +49 911 542486
https://www.preussler-druck.de/sudetendeutsche-zeitungen
E-Mail: preussler-verlag@t-online.de

  


Vogelflug
NEU:  Historische Karte von 1836-1852

PS:  Wer schon einmal eine virtuelle Reise in Form eines Vogelfluges über Maffersdorf und Umgebung machen will, dem bietet sich die Möglichkeit, Luftaufnahmen von sehr guter Qualität über die tschechische Kartenseite "MAPY.CZ" zu betrachten. Die Seite ist in tschechischer Sprache, aber anhand der guten Symbole leicht verständlich.
Es läßt sich jetzt zwischen vier Ansichten wählen: Straßenkarte, Luftbild oder Hybrid, d.h., gemischtes Bild, zur besseren Orientierung sowie neu hinzugekommen: Die Karten der 2. Militärischen Aufnahme von 1836-1852.
Zoomen, also Vergrößern / Verkleinern, Entfernungs- und Flächenmessung oder Koordinatenanzeige sind zusätzliche Möglichkeiten, die angeboten werden.
Hier geht's zur Karte:

MAFFERSDORF AUS DER LUFT

  


Sudetendeutsches Büro in Prag

SKS, das Büro der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Prag, ist jetzt auch im Internet präsent.
Es informiert die tschechische Öffentlichkeit durch öffentliche Veranstaltungen und seine Internetseite über seine Arbeit.

Sudetendeutsches Büro in Prag

  


Maffersdorfer Schule

Die Maffersdorfer Schule verfügt inzwischen auch über eigene Internetseiten. Wer gern einmal an seine frühere Wirkungsstätte in der Jetztzeit anknüpfen möchte: hier geht's zur  Maffersdorfer Schule

  


Diese drei Links sind auch auf der Seite "Verbindungen / Links" zu finden.

 

 

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